LokalNachrichten: STUTTGART & BW
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Melanie_NRW
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RE: LokalNachrichten: STUTTGART & BW
Die, deren Läden geschlossen werden/wurden?
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Doris67
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Jupiter
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Besonders wenn sie mit Polizei / Ordnungsbehörden wunschgemäß kooperieren. Dann noch Vollstrecker nach dem DV machen, mit personenbezogenen Angaben.Doris67 hat geschrieben: Um die Betreiber mach ich mir keine Sorgen, um die Kolleginnen schon.
Gruß Jupiter
Wenn du fühlst, dass in deinem Herzen etwas fehlt, dann kannst du, auch wenn du im Luxus lebst, nicht glücklich sein.
(Tenzin Gyatso, 14. Dalai Lama)
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Doris67
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Es gibt im Leonhards-/Bohnenviertel nicht "Die Betreiber". Es sind unterschiedliche Interessensgruppen, die in der Altstadt aktiv sind.
- Wohnungsvermieter, die warm/möbliert / vermieten und bis zu 40 EUR/Tag und Bett verlangen wobei die Wohnungen überfüllt sind. Die Frauen suchen ihre Kunden auf der Strasse, während des geschäftlichen Teils müssen andere Mitbewohner auf die Strasse. Mieter: arme Menschen aus dem Osten Europas, meist mit Begleitern. Stadt kann nichts unternehmen da die Behörden kein Mietwucher bekannt wird.
- Wohnungseigentümer, die ein Haus mit Ein-Zimmer-Appartements komplett verpachtet haben, der Pächter vermietet tage-/wochenweise diese Appartements an jedermann (was selten der Fall ist, es wird weiblicher Kundschaft der Vorrang gegeben). Ordnungsamt kommt an die Vermieter nicht ran, nach jahrelangen Prozessen durch sämtliche Instanzen wird dann einfach der Pächter ausgewechselt und das Spiel beginnt von vorne.
- Gaststätten/Bars mit Stundenzimmern. Sind erlaubt, die Stadt droht mit Konzessionsentzug wenn die Betreiber nicht dafür sorgen, dass die Frauen nur im Haus Kunden akquirieren.
- Kleine Wohnungen in der Olgastrasse, meist dauervermietet, mit 1-2 Frauen. Kein Problem für die Stadt.
- Etablierte Bordellbetteiber mit Bestandsschutz oder offizieller Bordellgenehmigung. Haben sich zusammengeschlossen und setzen Öffentlichkeit und Behörden gegen 1. und 2. unter Druck.
Auf Wunsch des Users umgenannter Account
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Jupiter
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In meiner Antwort ging es mir um diese Betreiber. Für mich sind die aufgeführten "Anderen" Vermieter.ehemaliger_User hat geschrieben:
[*]Etablierte Bordellbetteiber mit Bestandsschutz oder offizieller Bordellgenehmigung. Haben sich zusammengeschlossen und setzen Öffentlichkeit und Behörden gegen 1. und 2. unter Druck.
[/list]
Gruß Jupiter
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nina777
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10.2.2015
Prostitution in Stuttgart
Illegaler Rotlichtbetrieb hat aufgegeben
Der Betreiber eines illegalen Bordells im Leonhardsviertel schließt sein Etablissement. Die Gründe für das Aus sind unerfindlich. Für die Stadt ist es ohnehin nur ein Etappensieg.
S-Mitte - Die Botschaft überraschte auch an kundiger Stelle: "Das wäre eine Supernachricht", sagt Roger Bohn. "Ich werde das gleich überprüfen lassen." Ein im Rathaus sattsam bekanntes Bordell an der Leonhardstraße 16 hat am Wochenende geschlossen. Seit Jahren streitet die Stadt mit dem Hausbesitzer vor Gericht – bis Ende vergangener Woche trotz etlicher Urteile vergeblich. Bohn vertritt die Interessen Stuttgarts in allen Prozessen gegen Rotlichtbetriebe. Die Überprüfung ist unnötig. Thomas Geiger von der Pressestelle der Polizei bestätigt die Schließung. Allerdings sei kein Anlass für sie zu erkennen.
Die Bezirksvorsteherin der Stadtmitte, Veronika Kienzle, hört "die Nachricht mit Freude, aber auch mit Skepsis, leider haben wir mit dem Eigentümer dieses Hauses schon viel erlebt". In der Tat. Nach einem letztinstanzlichen Urteil vor dem Oberlandesgericht war der Betrieb geschlossen worden. Dies aber nur vorübergehend. Der Eigentümer vermietete das Haus an einen Schweizer. Das Bordell öffnete erneut. Seither streitet die Stadt wieder vor Gericht. Der Hausbesitzer hatte erklärt, er sei selbst zum Opfer geworden, der Betrieb gegen seinen Willen wieder aufgenommen worden. Nicht nur Bohn hält den Untermietvertrag aber für eine Scheinkonstruktion und jenen Schweizer für einen Strohmann.
Im Rathaus überraschte die Schließung
Im Rathaus war die Schließung ebenfalls eine Überraschung, obwohl "die Stadt mehrfach Zwangsmittel angedroht und auch durchgesetzt hat", wie der städtische Pressesprecher Sven Matis sagt. Zwar hatte der Hausbesitzer nach einem Gerichtsbeschluss schon einmal eine Strafe von 50 000 Euro zahlen müssen, die angesichts der Einnahmen von fast 150 Euro pro Tag und Zimmer allerdings kaum abschreckend wirkt. Aktuell steht ein weiteres Urteil aus. Bohn hatte beantragt, dieses Mal die Summe deutlich zu erhöhen. Außerdem hat die Stadt die polizeiliche Schließung angedroht. Die wäre seit Jahrzehnten die erste in Stuttgart gewesen.
Hintergrund des Betriebsendes ist dem Vernehmen nach eher ein Streit zwischen Mieter und Vermieter. Die Schließung ist ohnehin nur ein Etappensieg. Gegen denselben Hauseigentümer prozessiert die Stadt wegen eines weiteren ungenehmigten Bordells an der Leonhardstraße. Nachdem der Prozess mittels juristischer Kniffe jahrelang verschleppt worden war, steht in den nächsten Wochen ein Urteil an, aber mit einiger Gewissheit kein endgültiges. "Todsicher", glaubt Bohn, "geht das Verfahren in die nächste Instanz."
Oberbürgermeister Fritz Kuhn hatte im Dezember ein Konzept gegen Armuts- und Zwangsprostitution präsentiert – wenn auch ein weitgehend theoretisches. Zur Schließung illegaler Bordelle ist in dem Papier nichts zu lesen. Nach Erkenntnissen der Polizei gibt es in Stuttgart 183 sogenannte Rotlichtobjekte. Legal ist davon eine Handvoll.
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhal ... 7538e.html
Prostitution in Stuttgart
Illegaler Rotlichtbetrieb hat aufgegeben
Der Betreiber eines illegalen Bordells im Leonhardsviertel schließt sein Etablissement. Die Gründe für das Aus sind unerfindlich. Für die Stadt ist es ohnehin nur ein Etappensieg.
S-Mitte - Die Botschaft überraschte auch an kundiger Stelle: "Das wäre eine Supernachricht", sagt Roger Bohn. "Ich werde das gleich überprüfen lassen." Ein im Rathaus sattsam bekanntes Bordell an der Leonhardstraße 16 hat am Wochenende geschlossen. Seit Jahren streitet die Stadt mit dem Hausbesitzer vor Gericht – bis Ende vergangener Woche trotz etlicher Urteile vergeblich. Bohn vertritt die Interessen Stuttgarts in allen Prozessen gegen Rotlichtbetriebe. Die Überprüfung ist unnötig. Thomas Geiger von der Pressestelle der Polizei bestätigt die Schließung. Allerdings sei kein Anlass für sie zu erkennen.
Die Bezirksvorsteherin der Stadtmitte, Veronika Kienzle, hört "die Nachricht mit Freude, aber auch mit Skepsis, leider haben wir mit dem Eigentümer dieses Hauses schon viel erlebt". In der Tat. Nach einem letztinstanzlichen Urteil vor dem Oberlandesgericht war der Betrieb geschlossen worden. Dies aber nur vorübergehend. Der Eigentümer vermietete das Haus an einen Schweizer. Das Bordell öffnete erneut. Seither streitet die Stadt wieder vor Gericht. Der Hausbesitzer hatte erklärt, er sei selbst zum Opfer geworden, der Betrieb gegen seinen Willen wieder aufgenommen worden. Nicht nur Bohn hält den Untermietvertrag aber für eine Scheinkonstruktion und jenen Schweizer für einen Strohmann.
Im Rathaus überraschte die Schließung
Im Rathaus war die Schließung ebenfalls eine Überraschung, obwohl "die Stadt mehrfach Zwangsmittel angedroht und auch durchgesetzt hat", wie der städtische Pressesprecher Sven Matis sagt. Zwar hatte der Hausbesitzer nach einem Gerichtsbeschluss schon einmal eine Strafe von 50 000 Euro zahlen müssen, die angesichts der Einnahmen von fast 150 Euro pro Tag und Zimmer allerdings kaum abschreckend wirkt. Aktuell steht ein weiteres Urteil aus. Bohn hatte beantragt, dieses Mal die Summe deutlich zu erhöhen. Außerdem hat die Stadt die polizeiliche Schließung angedroht. Die wäre seit Jahrzehnten die erste in Stuttgart gewesen.
Hintergrund des Betriebsendes ist dem Vernehmen nach eher ein Streit zwischen Mieter und Vermieter. Die Schließung ist ohnehin nur ein Etappensieg. Gegen denselben Hauseigentümer prozessiert die Stadt wegen eines weiteren ungenehmigten Bordells an der Leonhardstraße. Nachdem der Prozess mittels juristischer Kniffe jahrelang verschleppt worden war, steht in den nächsten Wochen ein Urteil an, aber mit einiger Gewissheit kein endgültiges. "Todsicher", glaubt Bohn, "geht das Verfahren in die nächste Instanz."
Oberbürgermeister Fritz Kuhn hatte im Dezember ein Konzept gegen Armuts- und Zwangsprostitution präsentiert – wenn auch ein weitgehend theoretisches. Zur Schließung illegaler Bordelle ist in dem Papier nichts zu lesen. Nach Erkenntnissen der Polizei gibt es in Stuttgart 183 sogenannte Rotlichtobjekte. Legal ist davon eine Handvoll.
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhal ... 7538e.html
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nina777
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11.02.2015
Sexgewerbe in Stuttgart-Möhringen
Prostitution spielt sich im Verborgenen ab
Prostitution gibt es nicht nur in der Innenstadt. Die Frauen gehen ihrem Gewerbe zum Beispiel auch im Möhringer SI-Centrum nach. Ein Straßenstrich, wie es so mancher befürchtet, dürfte sich im Salzäcker aber nicht etablieren, meint die Polizei.
Möhringen - Wie wäre es mit Vivien? Sie wartet mit Traummaßen auf, steht unter dem Foto einer knapp bekleideten Dame. Sie sei eine attraktive und eloquente Lady von offener und hinreißender Natur. Vivien trägt ihr langes, schwarzes Haar offen. Oder doch lieber Vicky, die Herzen im Nu erobere und sich auf einem Bett räkelt? Dann gibt es noch das Duo Jana und Clarissa. Zwei Stunden mit den beiden kosten 660 Euro, das Zimmer im Möhringer SI-Centrum ist inklusive. Die Internetseite wirbt mit erstklassigem Service für den anspruchsvollen Gentleman. An- und Abfahrt der Damen wird nicht in Rechnung gestellt, der Schweizer Franken ausnahmsweise akzeptiert.
Wer meint, Prostitution gäbe es nur in der Innenstadt, im Leonhardsviertel, wo rote Leuchttafeln die Freier nach drinnen locken und die Dirnen von der Bordsteinkante aus Männern flotte Sprüche entgegenwerfen, der irrt. Das Geschäft mit dem Sex ist fest in Stuttgart verwurzelt, auf der Filderebene, und nicht zuletzt auch in Möhringen.
Die Anwohner in Möhringen bekommen nichts mit
"Fast in jedem Stadtteil gibt es solche Objekte, aber die findet man normalerweise nicht", sagt Thomas Geiger, der Sprecher der Polizei. Während die Bordelle aus den Kriminalfilmen tatsächlich meist in der Innenstadt liegen, häufig illegal oder in einer rechtlichen Grauzone betrieben werden, gehen die Huren in Möhringen ihrem Gewerbe im Verborgenen nach. "Die Frau wird über eine Agentur gebucht, das geht meist übers Internet", sagt Geiger. "Und dann gehen die beiden in ein Hotelzimmer und die Anwohner bekommen davon nichts mit."
Eveline Steinborn ist da anderer Meinung. Sie lebt im Salzäcker, in dem Wohngebiet im Schatten des SI-Centrums. Sie fühlt sich unwohl, wenn sie mit dem Hund unterwegs ist, und fürchtet sich davor, von Freiern angesprochen zu werden. Einer Bekannten sei das schon passiert, behauptet sie, und auch sie habe schon seltsame Begegnungen gehabt. "Die laufen an einem vorbei und haben so ein herausforderndes Verhalten", sagt sie. "Mitten im Wohngebiet."
Prostituierte gelten als Freiberufler
Prostitution ist in Deutschland grundsätzlich legal und gilt als Dienstleistungsgewerbe. Dem Papier nach sind Huren Freiberufler, sie müssen ihre Einkünfte gegenüber dem Finanzamt ausweisen und Mehrwertsteuer abführen. Der Bund hat sich jüngst sogar auf eine Kondompflicht für Freier geeinigt. Dass die Realität eine andere ist, ist bekannt. Aber "es geht nicht, die Prostitution in ganz Stuttgart zu verbieten", sagt Geiger.
In Teilen davon aber sehr wohl. Städte können sogenannte Sperrgebiete ausweisen, in denen nicht offen für Sex gegen Geld geworben werden darf - und zwar zum Schutz der Jugend. Die Stuttgarter Innenstadt ist Sperrgebiet, freilich ohne sonderlich großen Erfolg. Nach bisheriger Lesart ist die Wohnungsprostitution davon ohnehin ausgenommen, schließlich geht es den Staat nichts an, was hinter verschlossenen Türen geschieht.
Gegen Wohnungsprostitution lässt sich wenig ausrichten
Ein Berliner Gericht hat nach einer Hörprobe vor Ort vor einigen Jahren festgestellt, dass das Sexgewerbe als nicht störend einzustufen sei. Höchstinstanzlich hat das Leipziger Bundesverwaltungsgericht vor zwei Monaten jedoch entschieden, dass Städte mit ihren Sperrgebietsverordnungen teilweise auch gegen die Wohnungsprostitution vorgehen können. Die Kommunen sollen davon eifrig Gebrauch machen, sagte daraufhin Katrin Altpeter, die Sozialministerin von Baden-Württemberg.
Vor einigen Tagen hat der Oberbürgermeister Fritz Kuhn verkündet, die Armutsprostitution im Leonhardsviertel stärker bekämpfen zu wollen. Die Zahl der Bordellbetriebe soll halbiert, die Gegend mit verschiedenen Maßnahmen zurückerobert werden. Der Kontrolldruck soll steigen. Steinborn, die Frau aus Möhringen, befürchtet jedoch, dass sich die Szene dann verlagern könnte. "Wir möchten nicht, dass das jetzt bei uns ansässig wird."
Es gibt keinen Anlass, davon auszugehen, meint der Polizeisprecher Geiger. "Es ist bekannt, dass im SI-Centrum mehrere Zimmer angemietet werden." Aber einen Straßenstrich gebe es im Salzäcker gewiss nicht. Die Kollegen von der Sitte hätten das bereits vor Längerem überprüft, nachdem eine Beschwerde eingegangen sei. "So etwas bildet sich nur dort, wo es eine Nachfrage gibt", sagt der Mann von der Polizei. Deshalb sei es auch höchst unwahrscheinlich, dass im Salzäcker Freier unterwegs seien und Frauen ansprechen würden. Und auch in Zukunft dürfte sich daran wohl nichts ändern.
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/i ... 11128.html
Sexgewerbe in Stuttgart-Möhringen
Prostitution spielt sich im Verborgenen ab
Prostitution gibt es nicht nur in der Innenstadt. Die Frauen gehen ihrem Gewerbe zum Beispiel auch im Möhringer SI-Centrum nach. Ein Straßenstrich, wie es so mancher befürchtet, dürfte sich im Salzäcker aber nicht etablieren, meint die Polizei.
Möhringen - Wie wäre es mit Vivien? Sie wartet mit Traummaßen auf, steht unter dem Foto einer knapp bekleideten Dame. Sie sei eine attraktive und eloquente Lady von offener und hinreißender Natur. Vivien trägt ihr langes, schwarzes Haar offen. Oder doch lieber Vicky, die Herzen im Nu erobere und sich auf einem Bett räkelt? Dann gibt es noch das Duo Jana und Clarissa. Zwei Stunden mit den beiden kosten 660 Euro, das Zimmer im Möhringer SI-Centrum ist inklusive. Die Internetseite wirbt mit erstklassigem Service für den anspruchsvollen Gentleman. An- und Abfahrt der Damen wird nicht in Rechnung gestellt, der Schweizer Franken ausnahmsweise akzeptiert.
Wer meint, Prostitution gäbe es nur in der Innenstadt, im Leonhardsviertel, wo rote Leuchttafeln die Freier nach drinnen locken und die Dirnen von der Bordsteinkante aus Männern flotte Sprüche entgegenwerfen, der irrt. Das Geschäft mit dem Sex ist fest in Stuttgart verwurzelt, auf der Filderebene, und nicht zuletzt auch in Möhringen.
Die Anwohner in Möhringen bekommen nichts mit
"Fast in jedem Stadtteil gibt es solche Objekte, aber die findet man normalerweise nicht", sagt Thomas Geiger, der Sprecher der Polizei. Während die Bordelle aus den Kriminalfilmen tatsächlich meist in der Innenstadt liegen, häufig illegal oder in einer rechtlichen Grauzone betrieben werden, gehen die Huren in Möhringen ihrem Gewerbe im Verborgenen nach. "Die Frau wird über eine Agentur gebucht, das geht meist übers Internet", sagt Geiger. "Und dann gehen die beiden in ein Hotelzimmer und die Anwohner bekommen davon nichts mit."
Eveline Steinborn ist da anderer Meinung. Sie lebt im Salzäcker, in dem Wohngebiet im Schatten des SI-Centrums. Sie fühlt sich unwohl, wenn sie mit dem Hund unterwegs ist, und fürchtet sich davor, von Freiern angesprochen zu werden. Einer Bekannten sei das schon passiert, behauptet sie, und auch sie habe schon seltsame Begegnungen gehabt. "Die laufen an einem vorbei und haben so ein herausforderndes Verhalten", sagt sie. "Mitten im Wohngebiet."
Prostituierte gelten als Freiberufler
Prostitution ist in Deutschland grundsätzlich legal und gilt als Dienstleistungsgewerbe. Dem Papier nach sind Huren Freiberufler, sie müssen ihre Einkünfte gegenüber dem Finanzamt ausweisen und Mehrwertsteuer abführen. Der Bund hat sich jüngst sogar auf eine Kondompflicht für Freier geeinigt. Dass die Realität eine andere ist, ist bekannt. Aber "es geht nicht, die Prostitution in ganz Stuttgart zu verbieten", sagt Geiger.
In Teilen davon aber sehr wohl. Städte können sogenannte Sperrgebiete ausweisen, in denen nicht offen für Sex gegen Geld geworben werden darf - und zwar zum Schutz der Jugend. Die Stuttgarter Innenstadt ist Sperrgebiet, freilich ohne sonderlich großen Erfolg. Nach bisheriger Lesart ist die Wohnungsprostitution davon ohnehin ausgenommen, schließlich geht es den Staat nichts an, was hinter verschlossenen Türen geschieht.
Gegen Wohnungsprostitution lässt sich wenig ausrichten
Ein Berliner Gericht hat nach einer Hörprobe vor Ort vor einigen Jahren festgestellt, dass das Sexgewerbe als nicht störend einzustufen sei. Höchstinstanzlich hat das Leipziger Bundesverwaltungsgericht vor zwei Monaten jedoch entschieden, dass Städte mit ihren Sperrgebietsverordnungen teilweise auch gegen die Wohnungsprostitution vorgehen können. Die Kommunen sollen davon eifrig Gebrauch machen, sagte daraufhin Katrin Altpeter, die Sozialministerin von Baden-Württemberg.
Vor einigen Tagen hat der Oberbürgermeister Fritz Kuhn verkündet, die Armutsprostitution im Leonhardsviertel stärker bekämpfen zu wollen. Die Zahl der Bordellbetriebe soll halbiert, die Gegend mit verschiedenen Maßnahmen zurückerobert werden. Der Kontrolldruck soll steigen. Steinborn, die Frau aus Möhringen, befürchtet jedoch, dass sich die Szene dann verlagern könnte. "Wir möchten nicht, dass das jetzt bei uns ansässig wird."
Es gibt keinen Anlass, davon auszugehen, meint der Polizeisprecher Geiger. "Es ist bekannt, dass im SI-Centrum mehrere Zimmer angemietet werden." Aber einen Straßenstrich gebe es im Salzäcker gewiss nicht. Die Kollegen von der Sitte hätten das bereits vor Längerem überprüft, nachdem eine Beschwerde eingegangen sei. "So etwas bildet sich nur dort, wo es eine Nachfrage gibt", sagt der Mann von der Polizei. Deshalb sei es auch höchst unwahrscheinlich, dass im Salzäcker Freier unterwegs seien und Frauen ansprechen würden. Und auch in Zukunft dürfte sich daran wohl nichts ändern.
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RE: LokalNachrichten: STUTTGART & BW
Film über Paradies gedret von BBC
Wer glaubt ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich.Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht. (Albert Schweitzer)
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Fakten und Infos über Prostitution
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27.2.2015
Im Rotlichtmilieu wird es ungemütlicher
Bund verschärft Prostitutionsgesetz - Stadt Stuttgart will Bordelle mit Baurecht und Aufklärung zurückdrängen
Stuttgart 31- Sogar Micaela Schäfer (31) kommt zum Bordellgeburtstag. Das "Paradise" in Echterdingen bei Stuttgart hat zum siebenjährigen Bestehen Mitte März die frühere Topmodelkandidatin und RTL-Dschungelbewohnerin als DJane und gewohnt textilarmes Model für Fanfotos und Autogramme gebucht. Wobei das Unternehmen sich selbst gar nicht als Puff, sondern als edles "FKK Paradies" sieht. Gestresste Männer und freischaffende Frauen zahlen demnach einen gleichermaßen gepfefferten Eintritt: Was dann nach den edlen Häppchen im Hamam passiert, sei Sache zwischen den Gästen. Das "Paradise" gibt sich viel Mühe, als seriöser Anbieter erotischer Dienstleistungen aufzutreten.
Powerpreise für die Girls
Die Zeiten, in denen Prostitution eine verschämte Angelegenheit in dunklen Gassen war, ist auch in Stuttgart lange vorbei. Allein im Bohnenviertel mitten in der Stadt stöckeln trotz Sperrbezirk etwa 90 Straßenprostituierte zwischen den Bars und Laufhäusern herum. Und nicht nur dort blüht das horizontale Gewerbe: Insgesamt hat die Stadt 1682 weibliche Prostituierte in 183 "Rotlichtobjekten" gezählt. Und viele davon bieten auf professionellen Internetseiten offen auf Hochglanzbildern ihre heißen und tabulosen "Girls" und deren angebliche sexuelle Vorlieben zu "Powerpreisen" feil.
Der Traum von der freien Hure
Seit 2002 ist Prostitution in Deutschland nicht mehr sittenwidrig. Der Politik schwebten selbstbewusste, selbstständige und mitunter gewerkschaftlich organisierte Huren vor, die ihren angemessenen Lohn nicht mehr an einen Zuhälter, sondern an den Staat abführen.
Doch es kam anders: Heute ist Deutschland ein Sex-Eldorado, in Grenznähe boomen die Bordelle. Die Preise sind jenseits des "Paradise" vielfach im Keller: Auf dem Straßenstrich reichen dem Freier meist zwanzig Euro, manchmal sogar zehn - selbst für viele Drogenjunkies, die früher hier anschafften, ist das mittlerweile zu dürftig. Den Markt dominieren junge Frauen aus Ost- und Südosteuropa, die oft allein für die Zimmermiete zehn Kunden pro Tag "bedienen" müssen. Allein in Stuttgart sind 85 Prozent der Huren aus dem Ausland. Und die Zuhälter verdienen prächtig.
Nun bessert die Bundesregierung nach: Fachpolitiker von SPD und Union einigten sich Anfang des Monats auf eine behördliche Erlaubnispflicht für Bordelle - die gab es bisher nicht einmal. Anmeldungen und Gesundheitsuntersuchungen für Prostituierte sollen eingeführt, besonders ausbeuterische Praktiken wie der "Flatrate-Sex" verboten werden. Und auch eine Kondompflicht kommt. Die Reaktion auf den Vorstoß sind durchwachsen: SPD und Union lobten pflichtgemäß die Neuerungen, doch es gibt auch viel Kritik: Die Deutsche Polizeigewerkschaft hält vor allem die Kontrolle der Kondompflicht für realitätsfern. Für eine "Lümmeltütenpolizei" habe man weder die Beamten noch die Möglichkeiten.
Baden-Württembergs Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) will die Prostitution am liebsten gleich ganz verbieten, so wie es Schweden vorgemacht hat. Sie betrachtet es zwar "als persönlichen Erfolg", dass bei einem Verstoß gegen die Kondompflicht nicht die Prostituierte, sondern der Freier bestraft werden soll. Doch insgesamt sieht auch Altpeter in der Vorschrift eher ein "Placebo". Durchsetzen und kontrollieren lasse sich das wohl kaum.
Opfer sollen Opfer sein dürfen
"Die Novelle war überfällig, taugt allerdings herzlich wenig", sagt Manfred Paulus. Paulus war bis zu seiner Pensionierung 2003 Inspektionsleiter der Kripo Ulm mit dem Schwerpunkt Rotlichtkriminalität. Seit Jahren kämpft er gegen die "Sexsklaverei", denn selbst der Begriff "Zwangsprostituierte" will für Paulus nicht passen: Die Betroffenen seien keine Prostituierten, sondern ausschließlich Opfer. "Und Opfer sollten Opfer sein dürfen."
Dass in Talkshows regelmäßig Prostituierte sitzen, die öffentlich ihre "Sexarbeit" als freiwillig verteidigen, ficht Paulus nicht an. Dabei gibt es durchaus Sexarbeiterinnen, die von guten Verdiensten und Unabhängigkeit schwärmen und sich öffentlich darüber beklagen, dass der prüde Staat und einige Weltverbesserer ihre gut gehenden Geschäfte abwürgen wollen.
Paulus hat einige getroffen und hält sie für Marionetten der Oberen, die sich nur an die Milieugesetze halten. Wer sage, ich gehe nicht freiwillig der Prostitution nach, werde zum Verräter.
Der frühere Polizist sieht in weiten Teilen der Branche kriminelle Strukturen am Werk. Wie sonst könnte eine Frau aus einem Minderheiten-Ghetto in Rumänien oder aus dem Umland von Tschernobyl in Weißrussland nach Baden-Württemberg geraten? "Dazu fehlt den Frauen alles. Der erklärte Wille, das Geld, die Reiseerfahrung, die Papiere, eine Bezugsperson, ein Hinwendungsort." Also komme die Mafia mit ihren Schleusern ins Spiel - die Falle schnappt zu.
Die Frauen seien von Beginn an "Gefangene der Subkultur Rotlichtmilieu mit ihren eigenen Wertvorstellungen, Gesetzen, mit eigenen Richtern und wenn erforderlich auch mit eigenen Henkern", sagt Paulus. Das gelte auch dann, wenn sie per Gesetz eigentlich selbstständig seien. "Sie sind nicht frei, sondern versklavt und in der Abgeschlossenheit des jeweiligen Milieus ihren Ausbeutern hilflos ausgeliefert". Wer es schaffe, auszubrechen und zu gehen, der werde samt Familie zu Hause oft von den Banden bedroht. Die Polizei ist oft machtlos angesichts einer Mauer des Schweigens.
Neues Lichtkonzept
"Menschenhandel und Sexsklaverei ist Organisierte Kriminalität. Und die kann man mit der jetzt als Erfolg gefeierten Kondompflicht weder beeinflussen noch wirksam bekämpfen. Da sind politisch Gutgläubige am Werk, die offensichtlich auf die Prostitutionslobby hereinfallen."
Stuttgart will jetzt gegensteuern und hat ein Konzept vorgelegt, welches besonders das historische Bohnenviertel entlasten soll. Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) will die Zahl der Bordelle dort halbieren, der Rest soll dezenter werden. Sogar ein neues Lichtkonzept wird entwickelt.
Mehr Polizeistreifen und eine genauere Überprüfung von Brandschutzvorschriften sollen die Bordelle zurückdrängen. Wo immer die Stadtverwaltung die Möglichkeit habe, werde man die Nutzung illegaler Puffs untersagen, auch wenn langwierige Prozesse drohen. "Das wird nicht gemütlich", warnt Kuhn.
Mythos Prostitution
Verbieten, wie es die Ministerin Altpeter gerne hätte, lässt sich die Prostitution im Herzen der Stadt freilich nicht so einfach. Doch mit einer Öffentlichkeitskampagne will sich die Stadt speziell an die Freier wenden: Denn ohne die gäbe es ja die Probleme gar nicht. "Die Stadt Stuttgart will Freiern gezielt die Folgen ihres Tuns aufzeigen", heißt es in Kuhns Konzept.
Schüler und Studierende sollen zudem im Streetworkercafé "La Strada" lernen, wie es tatsächlich zugeht auf dem Strich. Es gehe darum, "den Mythen der Prostitution die Realität entgegenzusetzen".
Zur Realität gehört wohl auch, dass im Edelbordell Paradise vielleicht nicht alles so edel ist, wie es den Anschein hat: Anfang Dezember jedenfalls gab es eine Großrazzia in Echterdingen. Der Verdacht: Menschenhandel.
Manfred Paulus hat 2014 ein Buch über den "Tatort Deutschland" geschrieben. Darin geht es nicht nur um Zwangsprostitution, sondern um viele Arten des Menschenhandels: Frauen, Kinder, Arbeitskräfte und Organe. Das Buch ist bei Klemm + Oelschlaeger erschienen und kostet 14,90 Euro (ISBN 978-3-86281-070-3)
http://www.schwaebische.de/region/baden ... 83626.html
Im Rotlichtmilieu wird es ungemütlicher
Bund verschärft Prostitutionsgesetz - Stadt Stuttgart will Bordelle mit Baurecht und Aufklärung zurückdrängen
Stuttgart 31- Sogar Micaela Schäfer (31) kommt zum Bordellgeburtstag. Das "Paradise" in Echterdingen bei Stuttgart hat zum siebenjährigen Bestehen Mitte März die frühere Topmodelkandidatin und RTL-Dschungelbewohnerin als DJane und gewohnt textilarmes Model für Fanfotos und Autogramme gebucht. Wobei das Unternehmen sich selbst gar nicht als Puff, sondern als edles "FKK Paradies" sieht. Gestresste Männer und freischaffende Frauen zahlen demnach einen gleichermaßen gepfefferten Eintritt: Was dann nach den edlen Häppchen im Hamam passiert, sei Sache zwischen den Gästen. Das "Paradise" gibt sich viel Mühe, als seriöser Anbieter erotischer Dienstleistungen aufzutreten.
Powerpreise für die Girls
Die Zeiten, in denen Prostitution eine verschämte Angelegenheit in dunklen Gassen war, ist auch in Stuttgart lange vorbei. Allein im Bohnenviertel mitten in der Stadt stöckeln trotz Sperrbezirk etwa 90 Straßenprostituierte zwischen den Bars und Laufhäusern herum. Und nicht nur dort blüht das horizontale Gewerbe: Insgesamt hat die Stadt 1682 weibliche Prostituierte in 183 "Rotlichtobjekten" gezählt. Und viele davon bieten auf professionellen Internetseiten offen auf Hochglanzbildern ihre heißen und tabulosen "Girls" und deren angebliche sexuelle Vorlieben zu "Powerpreisen" feil.
Der Traum von der freien Hure
Seit 2002 ist Prostitution in Deutschland nicht mehr sittenwidrig. Der Politik schwebten selbstbewusste, selbstständige und mitunter gewerkschaftlich organisierte Huren vor, die ihren angemessenen Lohn nicht mehr an einen Zuhälter, sondern an den Staat abführen.
Doch es kam anders: Heute ist Deutschland ein Sex-Eldorado, in Grenznähe boomen die Bordelle. Die Preise sind jenseits des "Paradise" vielfach im Keller: Auf dem Straßenstrich reichen dem Freier meist zwanzig Euro, manchmal sogar zehn - selbst für viele Drogenjunkies, die früher hier anschafften, ist das mittlerweile zu dürftig. Den Markt dominieren junge Frauen aus Ost- und Südosteuropa, die oft allein für die Zimmermiete zehn Kunden pro Tag "bedienen" müssen. Allein in Stuttgart sind 85 Prozent der Huren aus dem Ausland. Und die Zuhälter verdienen prächtig.
Nun bessert die Bundesregierung nach: Fachpolitiker von SPD und Union einigten sich Anfang des Monats auf eine behördliche Erlaubnispflicht für Bordelle - die gab es bisher nicht einmal. Anmeldungen und Gesundheitsuntersuchungen für Prostituierte sollen eingeführt, besonders ausbeuterische Praktiken wie der "Flatrate-Sex" verboten werden. Und auch eine Kondompflicht kommt. Die Reaktion auf den Vorstoß sind durchwachsen: SPD und Union lobten pflichtgemäß die Neuerungen, doch es gibt auch viel Kritik: Die Deutsche Polizeigewerkschaft hält vor allem die Kontrolle der Kondompflicht für realitätsfern. Für eine "Lümmeltütenpolizei" habe man weder die Beamten noch die Möglichkeiten.
Baden-Württembergs Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) will die Prostitution am liebsten gleich ganz verbieten, so wie es Schweden vorgemacht hat. Sie betrachtet es zwar "als persönlichen Erfolg", dass bei einem Verstoß gegen die Kondompflicht nicht die Prostituierte, sondern der Freier bestraft werden soll. Doch insgesamt sieht auch Altpeter in der Vorschrift eher ein "Placebo". Durchsetzen und kontrollieren lasse sich das wohl kaum.
Opfer sollen Opfer sein dürfen
"Die Novelle war überfällig, taugt allerdings herzlich wenig", sagt Manfred Paulus. Paulus war bis zu seiner Pensionierung 2003 Inspektionsleiter der Kripo Ulm mit dem Schwerpunkt Rotlichtkriminalität. Seit Jahren kämpft er gegen die "Sexsklaverei", denn selbst der Begriff "Zwangsprostituierte" will für Paulus nicht passen: Die Betroffenen seien keine Prostituierten, sondern ausschließlich Opfer. "Und Opfer sollten Opfer sein dürfen."
Dass in Talkshows regelmäßig Prostituierte sitzen, die öffentlich ihre "Sexarbeit" als freiwillig verteidigen, ficht Paulus nicht an. Dabei gibt es durchaus Sexarbeiterinnen, die von guten Verdiensten und Unabhängigkeit schwärmen und sich öffentlich darüber beklagen, dass der prüde Staat und einige Weltverbesserer ihre gut gehenden Geschäfte abwürgen wollen.
Paulus hat einige getroffen und hält sie für Marionetten der Oberen, die sich nur an die Milieugesetze halten. Wer sage, ich gehe nicht freiwillig der Prostitution nach, werde zum Verräter.
Der frühere Polizist sieht in weiten Teilen der Branche kriminelle Strukturen am Werk. Wie sonst könnte eine Frau aus einem Minderheiten-Ghetto in Rumänien oder aus dem Umland von Tschernobyl in Weißrussland nach Baden-Württemberg geraten? "Dazu fehlt den Frauen alles. Der erklärte Wille, das Geld, die Reiseerfahrung, die Papiere, eine Bezugsperson, ein Hinwendungsort." Also komme die Mafia mit ihren Schleusern ins Spiel - die Falle schnappt zu.
Die Frauen seien von Beginn an "Gefangene der Subkultur Rotlichtmilieu mit ihren eigenen Wertvorstellungen, Gesetzen, mit eigenen Richtern und wenn erforderlich auch mit eigenen Henkern", sagt Paulus. Das gelte auch dann, wenn sie per Gesetz eigentlich selbstständig seien. "Sie sind nicht frei, sondern versklavt und in der Abgeschlossenheit des jeweiligen Milieus ihren Ausbeutern hilflos ausgeliefert". Wer es schaffe, auszubrechen und zu gehen, der werde samt Familie zu Hause oft von den Banden bedroht. Die Polizei ist oft machtlos angesichts einer Mauer des Schweigens.
Neues Lichtkonzept
"Menschenhandel und Sexsklaverei ist Organisierte Kriminalität. Und die kann man mit der jetzt als Erfolg gefeierten Kondompflicht weder beeinflussen noch wirksam bekämpfen. Da sind politisch Gutgläubige am Werk, die offensichtlich auf die Prostitutionslobby hereinfallen."
Stuttgart will jetzt gegensteuern und hat ein Konzept vorgelegt, welches besonders das historische Bohnenviertel entlasten soll. Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) will die Zahl der Bordelle dort halbieren, der Rest soll dezenter werden. Sogar ein neues Lichtkonzept wird entwickelt.
Mehr Polizeistreifen und eine genauere Überprüfung von Brandschutzvorschriften sollen die Bordelle zurückdrängen. Wo immer die Stadtverwaltung die Möglichkeit habe, werde man die Nutzung illegaler Puffs untersagen, auch wenn langwierige Prozesse drohen. "Das wird nicht gemütlich", warnt Kuhn.
Mythos Prostitution
Verbieten, wie es die Ministerin Altpeter gerne hätte, lässt sich die Prostitution im Herzen der Stadt freilich nicht so einfach. Doch mit einer Öffentlichkeitskampagne will sich die Stadt speziell an die Freier wenden: Denn ohne die gäbe es ja die Probleme gar nicht. "Die Stadt Stuttgart will Freiern gezielt die Folgen ihres Tuns aufzeigen", heißt es in Kuhns Konzept.
Schüler und Studierende sollen zudem im Streetworkercafé "La Strada" lernen, wie es tatsächlich zugeht auf dem Strich. Es gehe darum, "den Mythen der Prostitution die Realität entgegenzusetzen".
Zur Realität gehört wohl auch, dass im Edelbordell Paradise vielleicht nicht alles so edel ist, wie es den Anschein hat: Anfang Dezember jedenfalls gab es eine Großrazzia in Echterdingen. Der Verdacht: Menschenhandel.
Manfred Paulus hat 2014 ein Buch über den "Tatort Deutschland" geschrieben. Darin geht es nicht nur um Zwangsprostitution, sondern um viele Arten des Menschenhandels: Frauen, Kinder, Arbeitskräfte und Organe. Das Buch ist bei Klemm + Oelschlaeger erschienen und kostet 14,90 Euro (ISBN 978-3-86281-070-3)
http://www.schwaebische.de/region/baden ... 83626.html
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Selten, dass jemand so klar und deutlich ausdrückt, worum es in der Prostitutionspolitik tatsächlich gehtnina777 hat geschrieben:Der Politik schwebten selbstbewusste, selbstständige und mitunter gewerkschaftlich organisierte Huren vor, die ihren angemessenen Lohn nicht mehr an einen Zuhälter, sondern an den Staat abführen.
Liebe Grüße, Aoife
Zuletzt geändert von Aoife am 02.03.2015, 00:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Doris67
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Es geht dem Staat _nur_ ums Abkassieren, an "selbstbewußt" und "selbständig" glaub ich keine Sekunde, und an "gewerkschaftlich organisiert" erst recht nicht. Warum sonst wird alles getan, um unabhängige Sexarbeit duch staatlich lizenzierte Bordelle zu ersetzen?
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4.3.2015
Leonhardsviertel
Stadt schickt blaue Briefe an Bordelle
Die Stadt will vier Bordelle im Leonhardsviertel schließen - diejenigen, die bisher als legal galten. Wie langwierig der Versuch ist, zeigen Beispiele anderer Rotlichtbetriebe.
S-Mitte - Hier wird journalistische Arbeit noch gewürdigt. Die Wände des Zimmers sind mit Zeitungsausschnitten geradezu tapeziert. Alle Schreiber befassten sich mit Prostitution. Unter den Texten sitzen Frauen und warten auf Freier. Weshalb merkwürdig scheint, dass eine stete Vorkämpferin gegen illegale Bordelle herzlich hereingebeten wurde: Veronika Kienzle, die Bezirksvorsteherin der Stadtmitte. Sie war zufällig in den Innenhof an der Kernerstraße geraten. Kienzle wollte wissen, warum hier ein Jugendstilhaus verfällt. Drinnen hörte sie ein Klagelied auf geizige Hausbesitzer und andere Nöte des Betriebs - eben eines illegalen Bordells.
Angesichts dessen, dass die Polizei in Stuttgart knapp 180 ungenehmigte Rotlichtbetriebe zählt, können Unwissende durchaus unbeabsichtigt in ein einschlägiges Haus stolpern. Dort ins Plaudern zu kommen, ist kein Problem. Die Branche ist keineswegs verschwiegen. Im Internet werben illegale Bordelle in aller Freizügigkeit. Wer etwas auf sich hält, teilt dabei neben der Oberweite der Damen den Namen seines Jugendschutzbeauftragten mit.
Der Betrieb an der Kernerstraße soll in neue Nöte geraten, denn Oberbürgermeister Fritz Kuhn will massiv gegen Prostitution vorgehen. Erste Schritte muten allerdings merkwürdig an. Vier von 14 Betrieben im Leonhardsviertel galten bisher als legal, wegen einer Altfallregelung. In ihnen schafften schon vor 1985 Frauen an. Diese vier will die Stadt nun schließen. Ein erstes Verbotsschreiben lag jüngst im Briefkasten. Im Widerspruch schrieben die Juristen des Betreibers, dass ein Verbot letztlich sogar gegen das Grundgesetz verstieße.
Die Gewerbeaufsicht führt die Betriebe als Bordelle
Tatsächlich hatte Baubürgermeister Matthias Hahn erklärt, dass die Hälfte der 14 Betriebe geschlossen werden soll. Mithin müssten sogar drei bisher illegale Häuser legalisiert werden. Welche, ist offen. Die vier Altfälle führt die Gewerbeaufsicht ausdrücklich als Bordelle. Was aber "keine Relevanz hat", wie Kirsten Rickes sagt, die Leiterin des Baurechtsamts. Den Sinneswandel erklärt sie mit künftigen Gerichtsurteilen. Bisher hat der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim in ähnlichen Fällen geurteilt, dass gleichsam Gewohnheitsrecht das Baurecht überwiegt. Inzwischen "haben wir die Hoffnung, dass diese Rechtsprechung sich ändert", sagt Rickes.
Ungeachtet dessen ist gewiss, dass es bis zu einer Schließung dauert. Das zeigen etliche Beispiele. Jenes Bordell, in das Kienzle stolperte, hat vor zehn Jahren eröffnet. Es ist umgeben von Wohnhäusern. Schräg gegenüber residiert die Polizeigewerkschaft. 2010 verschickte die Stadt ein Verbot. Der Betrieb lief unbeeinflusst weiter.
Einen Steinwurf entfernt hat sich ein kurioser Rechtsstreit entwickelt. Am Neckartor, neben dem Amtsgericht, betreibt eine "Red Rental Ltd." ein Bordell. Aktuell schaffen dort neun Frauen an. Die Stadt verschickte ein Verbot. Die Hausbesitzer revanchierten sich mit einer Klage. Sie fordern, den Betrieb ausbauen zu dürfen. In erster Instanz unterlagen sie. Die Berufung steht aus. Die Stadt argumentiert unter anderem mit mangelndem Brandschutz. Der wäre ein Grund für sofortige Schließung. Aber vor einer Entscheidung muss das Regierungspräsidium die Akten prüfen - offenbar sorgsam. Es prüft seit drei Jahren.
Sogar eine Hochzeitssuite steht zur Auswahl
Bei der Konkurrenz an der Tübinger Straße empfängt eine verbindliche Dame die Kunden, um vorab deren Wünsche zu besprechen. Freier haben die Wahl zwischen sechs Themenzimmern. Sogar eine Hochzeitssuite steht zur Auswahl. Das Haus ist diskret umgebaut worden. Ob mit Genehmigung, darüber schweigt Rickes, des Datenschutzes wegen. Der Betrieb sei "nicht so altbekannt". Aber er ist unübersehbar. Seit das Bordell sogar das Erdgeschoss belegt, in dem früher Einzelhändler Ware anboten, ahnt jeder jenseits der Pubertät, welche Dienstleistung hinter Milchglas angeboten wird. Gemäß städtischer Vorgabe darf höchstens ein Drittel eines Hauses der Prostitution gewidmet sein.
Verborgen am Rand eines Gewerbegebietes lockt das Studio Arachne Männer mit Neigungen, die offenbaren, dass die Fifty Shades of Grey mit der Realität so viel gemein haben wie ein TV-Talk über Folter mit der Folter selbst. Das SM-Studio in Zuffenhausen gilt bundesweit als erste Adresse seiner Art. Auch diesen Betrieb hat die Stadt untersagt, ebenfalls ohne Auswirkungen. In einer Außenstelle in der Zuckerfabrik bietet das Studio Paaren Übernachtungen in entsprechend ausgestatteten Zimmern an. Dieser Geschäftszweig blieb im Rathaus bis heute verborgen, trotz Internetwerbung. Aus schlichtem Grund: Sittenwächter verhindern Recherchen am Rechner. Jugendgefährdende Inhalte sind für städtische Bedienstete gesperrt.
Allerdings hätte auch die Lektüre anderer Quellen zu Erkenntnissen führen können. Arachne würdigt ebenfalls journalistische Arbeit, in einer Presseschau. Deren ältester Text stammt aus der Stuttgarter Zeitung vom 13. November 2004.
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhal ... 73a45.html
Leonhardsviertel
Stadt schickt blaue Briefe an Bordelle
Die Stadt will vier Bordelle im Leonhardsviertel schließen - diejenigen, die bisher als legal galten. Wie langwierig der Versuch ist, zeigen Beispiele anderer Rotlichtbetriebe.
S-Mitte - Hier wird journalistische Arbeit noch gewürdigt. Die Wände des Zimmers sind mit Zeitungsausschnitten geradezu tapeziert. Alle Schreiber befassten sich mit Prostitution. Unter den Texten sitzen Frauen und warten auf Freier. Weshalb merkwürdig scheint, dass eine stete Vorkämpferin gegen illegale Bordelle herzlich hereingebeten wurde: Veronika Kienzle, die Bezirksvorsteherin der Stadtmitte. Sie war zufällig in den Innenhof an der Kernerstraße geraten. Kienzle wollte wissen, warum hier ein Jugendstilhaus verfällt. Drinnen hörte sie ein Klagelied auf geizige Hausbesitzer und andere Nöte des Betriebs - eben eines illegalen Bordells.
Angesichts dessen, dass die Polizei in Stuttgart knapp 180 ungenehmigte Rotlichtbetriebe zählt, können Unwissende durchaus unbeabsichtigt in ein einschlägiges Haus stolpern. Dort ins Plaudern zu kommen, ist kein Problem. Die Branche ist keineswegs verschwiegen. Im Internet werben illegale Bordelle in aller Freizügigkeit. Wer etwas auf sich hält, teilt dabei neben der Oberweite der Damen den Namen seines Jugendschutzbeauftragten mit.
Der Betrieb an der Kernerstraße soll in neue Nöte geraten, denn Oberbürgermeister Fritz Kuhn will massiv gegen Prostitution vorgehen. Erste Schritte muten allerdings merkwürdig an. Vier von 14 Betrieben im Leonhardsviertel galten bisher als legal, wegen einer Altfallregelung. In ihnen schafften schon vor 1985 Frauen an. Diese vier will die Stadt nun schließen. Ein erstes Verbotsschreiben lag jüngst im Briefkasten. Im Widerspruch schrieben die Juristen des Betreibers, dass ein Verbot letztlich sogar gegen das Grundgesetz verstieße.
Die Gewerbeaufsicht führt die Betriebe als Bordelle
Tatsächlich hatte Baubürgermeister Matthias Hahn erklärt, dass die Hälfte der 14 Betriebe geschlossen werden soll. Mithin müssten sogar drei bisher illegale Häuser legalisiert werden. Welche, ist offen. Die vier Altfälle führt die Gewerbeaufsicht ausdrücklich als Bordelle. Was aber "keine Relevanz hat", wie Kirsten Rickes sagt, die Leiterin des Baurechtsamts. Den Sinneswandel erklärt sie mit künftigen Gerichtsurteilen. Bisher hat der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim in ähnlichen Fällen geurteilt, dass gleichsam Gewohnheitsrecht das Baurecht überwiegt. Inzwischen "haben wir die Hoffnung, dass diese Rechtsprechung sich ändert", sagt Rickes.
Ungeachtet dessen ist gewiss, dass es bis zu einer Schließung dauert. Das zeigen etliche Beispiele. Jenes Bordell, in das Kienzle stolperte, hat vor zehn Jahren eröffnet. Es ist umgeben von Wohnhäusern. Schräg gegenüber residiert die Polizeigewerkschaft. 2010 verschickte die Stadt ein Verbot. Der Betrieb lief unbeeinflusst weiter.
Einen Steinwurf entfernt hat sich ein kurioser Rechtsstreit entwickelt. Am Neckartor, neben dem Amtsgericht, betreibt eine "Red Rental Ltd." ein Bordell. Aktuell schaffen dort neun Frauen an. Die Stadt verschickte ein Verbot. Die Hausbesitzer revanchierten sich mit einer Klage. Sie fordern, den Betrieb ausbauen zu dürfen. In erster Instanz unterlagen sie. Die Berufung steht aus. Die Stadt argumentiert unter anderem mit mangelndem Brandschutz. Der wäre ein Grund für sofortige Schließung. Aber vor einer Entscheidung muss das Regierungspräsidium die Akten prüfen - offenbar sorgsam. Es prüft seit drei Jahren.
Sogar eine Hochzeitssuite steht zur Auswahl
Bei der Konkurrenz an der Tübinger Straße empfängt eine verbindliche Dame die Kunden, um vorab deren Wünsche zu besprechen. Freier haben die Wahl zwischen sechs Themenzimmern. Sogar eine Hochzeitssuite steht zur Auswahl. Das Haus ist diskret umgebaut worden. Ob mit Genehmigung, darüber schweigt Rickes, des Datenschutzes wegen. Der Betrieb sei "nicht so altbekannt". Aber er ist unübersehbar. Seit das Bordell sogar das Erdgeschoss belegt, in dem früher Einzelhändler Ware anboten, ahnt jeder jenseits der Pubertät, welche Dienstleistung hinter Milchglas angeboten wird. Gemäß städtischer Vorgabe darf höchstens ein Drittel eines Hauses der Prostitution gewidmet sein.
Verborgen am Rand eines Gewerbegebietes lockt das Studio Arachne Männer mit Neigungen, die offenbaren, dass die Fifty Shades of Grey mit der Realität so viel gemein haben wie ein TV-Talk über Folter mit der Folter selbst. Das SM-Studio in Zuffenhausen gilt bundesweit als erste Adresse seiner Art. Auch diesen Betrieb hat die Stadt untersagt, ebenfalls ohne Auswirkungen. In einer Außenstelle in der Zuckerfabrik bietet das Studio Paaren Übernachtungen in entsprechend ausgestatteten Zimmern an. Dieser Geschäftszweig blieb im Rathaus bis heute verborgen, trotz Internetwerbung. Aus schlichtem Grund: Sittenwächter verhindern Recherchen am Rechner. Jugendgefährdende Inhalte sind für städtische Bedienstete gesperrt.
Allerdings hätte auch die Lektüre anderer Quellen zu Erkenntnissen führen können. Arachne würdigt ebenfalls journalistische Arbeit, in einer Presseschau. Deren ältester Text stammt aus der Stuttgarter Zeitung vom 13. November 2004.
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhal ... 73a45.html
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RE: LokalNachrichten: STUTTGART & BW
Ehrenamtliche Arbeit im Stuttgarter "La Strada" mit Preis "Stuttgarter des Jahres" ausgezeichnet.
Stuttgarter Zeitung 31.3.2015
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhal ... ac376.html
"Früher sei der Draht zu den Prostituierten enger gewesen. 'Wir haben uns über Frisuren unterhalten oder die Familie, Alltägliches eben', sagt Hürttle. Die Frauen damals waren nach Jahren im Gewerbe meist robuste Charaktere. Heute werden junge Mädchen angeschleppt, von Zuhältern wie Freiern gedemütigt und geschlagen. Sie sprechen kein Wort Deutsch, können sich nicht wehren. Und vor allem sich den Helferinnen im La Strada nicht öffnen. 'Das ist der Wermutstropfen', sagt Hürttle. So blieben ihr nur liebevolle Gesten."
Das ist nicht nur als Beschreibung des Arbeitsfeldes interessant, sondern auch als Frage der Kommunikation, der Haltung und der Zielsetzung...
Stuttgarter Zeitung 31.3.2015
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhal ... ac376.html
"Früher sei der Draht zu den Prostituierten enger gewesen. 'Wir haben uns über Frisuren unterhalten oder die Familie, Alltägliches eben', sagt Hürttle. Die Frauen damals waren nach Jahren im Gewerbe meist robuste Charaktere. Heute werden junge Mädchen angeschleppt, von Zuhältern wie Freiern gedemütigt und geschlagen. Sie sprechen kein Wort Deutsch, können sich nicht wehren. Und vor allem sich den Helferinnen im La Strada nicht öffnen. 'Das ist der Wermutstropfen', sagt Hürttle. So blieben ihr nur liebevolle Gesten."
Das ist nicht nur als Beschreibung des Arbeitsfeldes interessant, sondern auch als Frage der Kommunikation, der Haltung und der Zielsetzung...
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RE: LokalNachrichten: STUTTGART & BW
Erdung und Konstruktion der Randständigkeit
»Wärme schenken in einem kalten Millieu
Stuttgarter*in des Jahres - Barbara Hürtle von La Strada
Das Bewusstsein der Menschen für diese Randgruppe (Sexarbeitende, K.F.) zu schärfen, ist eines ihrer dringlichsten Anliegen.
...
Die Familie tat sich anfangs schwer mit dem Ehrenamt im Schmuddelmilieu. Doch Barbara Hürttle ist bis heute glücklich, den Frauen helfen zu können. "Und mir hat es Erdung gegeben", sagt sie heute.«
Diese beiden Passagen finde ich, auch wegen Ihrer Wiedersprüchlichkeit, interessant. Die Aussage mit der Erdung ist mir sympathisch, weil in ihr eine Selbstkritik der vorherigen Überheblichkeit mitschwingt und die erreichte Augenhöhe augenscheinlich als bereichernd empfunden wird.
Die Randgruppenaussage, sofern sie so von Frau Hürtle stammt, finde ich problematisch und im Widerspruch zur Erdung stehend. Sie macht nicht deutlich, dass die Randständigkeit durch Stigma sozial konstruiert und festgeschrieben wird und schafft so erneut eine Distanz zum ANDEREN, die zumindestens in Spannung zur Erdungsaussage steht.
Leider wird durch den Artikel und z.B. diese Randgruppenaussage, die Konstruktion von Sexarbeit als ausschließlich eines Feldes der Hilfsbedürftikeit, des Elendes und der Gewalt fortgeschrieben. Kein Wunder es wird ja über eine Anlaufstelle, die für Notleidende Dienstleistungen anbietet, berichtet und nicht über Hurenselbsthilfeprojekte, die eher, wie z.B. im neueseten Spiegel http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=12706, der medialen Diffamierung oder Marginalisierung (keine echten Huren) unterliegen.
Sofern an prominenter Stelle über Sexarbeit nahezu ausschliesslich im Zusammenhang mit Beratung (Elend / Hilfsbedürftigkeit / Krankheit / Randständigkeit) oder / und Sicherheitsbehörden (Gewalt / Kriminalität / Ausbeutung) berichtet wird, bleibt damit zusammenhängend das Klientel dieser Instutionen / Organisationen das Referenzbild der Sexarbeit. Zumal wenn den Protagonist*innen dieser Institutionen / Organisationen Ehrung zuteil wird.
Der Bericht Viele Mädchen http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopi ... 093#138093, der die Bilder der Beratungsszene und die Weltsicht der Schutzinstitutionen konterkariert, hat es leider nie in ein großes Print-Medium geschafft und der Tag an dem Zwerg oder Frances für ihre aufsuchende Arbeit eine Medaille von "Honorationen" angeheftet wird, den werde ich wohl nicht erleben.
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wenn die beiden in Stuttgart leben würden hätte ich sie schon längst vorgeschlagen!... der Tag an dem Zwerg oder Frances für ihre aufsuchende Arbeit eine Medaille von "Honorationen" angeheftet wird
Zuletzt geändert von ehemaliger_User am 03.04.2015, 01:14, insgesamt 1-mal geändert.
Auf Wunsch des Users umgenannter Account
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Klaus Fricke
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RE: LokalNachrichten: STUTTGART & BW
... obwohl, mit den Ehrungen durch Honorationen sollte skeptisch umgegangen werden, wenn man sieht, wer da alles bereits geehrt wurde z.B.
Käthe Petersen http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%A4the ... n#Ehrungen mit dem
Bundesverdienstkreuz http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverdienstkreuz
Käthe Petersen http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%A4the ... n#Ehrungen mit dem
Bundesverdienstkreuz http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverdienstkreuz
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fraences
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RE: LokalNachrichten: STUTTGART & BW
Rotlichtmilieu in Stuttgart
Kampagne gegen Prostitution bislang ein Flop
Eva Funke,
Trotz der Bemühungen von OB Fritz Kuhn kommt die Kampagne gegen Prostitution nur schwerfällig in Gang. Die Suche nach einer Agentur verläuft bislang erfolglos. SPD und CDU wollen nun Expertengruppe, die Projekt das voranbringt.
Eine Kampagne soll die Situation der Prostituierten verbessern
Stuttgart - Die Kampagne, mit der OB Fritz Kuhn (Grüne) auf das Verhalten von Freiern einwirken will, ist bislang ein Schlag ins Wasser. Die Aktion sollte ein Baustein im Konzept zur Verbesserung der Situation der Prostituierten in Stuttgart sein. Mit Plakaten, Flyern und Aufklärungsarbeit sollten Männer für Themen wie Armuts- und Zwangsprostitution sensibilisiert werden. Doch trotz Ausschreibung hat sich keine Agentur gefunden, die eine solche Kampagne entwickeln könnte.
„Es lagen Bewerbungen von drei Werbeagenturen vor: Keine kam infrage“, räumte Ordnungsbürgermeister Martin Schairer (CDU) in der Sitzung des Beirats für Gleichstellungsfragen am Mittwoch ein. Nun soll die Kampagne neu ausgeschrieben werden. „Anfang Juni“ rechnet Schairer mit einem Ergebnis. Sowohl SPD als auch CDU hatten wenig Verständnis für die Verzögerung. Die Stadträtinnen Judith Vowinkel (SPD) und Iris Ripsam (CDU) forderten, eine Jury aus Experten zu bilden, die Vorschläge für die Kampagne erarbeiten soll.
Das positive Fazit Schairers: Seit Kuhn im Dezember vergangenen Jahres sein Konzept gegen die Auswüchse der Prostitution vorgelegt hat, bieten wesentlich weniger Frauen in und rund ums Rotlichtviertel in der Innenstadt ihre Geschäfte auf der Straße an. Früher seien es etwa 90 gewesen, heute nur noch ungefähr 50 Frauen. Sabine Constabel vom Café La Strada, der Anlaufstelle für Prostituierte in dem Viertel, bestätigt, dass sich die Zahl beinahe halbiert habe. „Viele kommen jetzt mit einem Stapel Strafbefehlen zu uns“, stellt sie fest und sieht darin einen Beleg dafür, dass die Polizei verstärkt gegen Prostituierte vorgeht, die im Sperrbezirk auf der Straße Sexgeschäfte anbieten. Einige würden wegen der Strafen nicht mehr auf dem Strich arbeiten.
Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU, Beate Bulle-Schmid, fragte, ob die Behauptung stimmt, dass sich die Prostituierten jetzt zwar nicht mehr in der ans Leonhardsviertel grenzenden Katharinenstraße anbieten, dafür aber verstärkt an der Leonhardstraße auf Freier warten. Die Verlagerung rein ins Leonhardsviertel wird auch im Milieu selbst kritisiert.
„Das Konzept gegen die Auswüchse der Prostitution ist reine Augenwischerei“, sagt zum Beispiel Bordellbetreiber John Heer auf Anfrage unserer Zeitung. Er weist darauf hin, dass die illegale Prostitution dadurch nicht verhindert wird, sondern nur nicht mehr zu sehen ist. Dass die Frauen jetzt statt in der Katharinen- in der Leonhardstraße und dort auch vor seinem Etablissement anschaffen, bestätigt er. Und auch, dass ihm dadurch Kundschaft verloren gehe.
Der SPD kommt in dem OB-Konzept der Schutz der Frauen zu kurz. Sie fordert eine verbesserte Gesundheitsvorsorge und den Ausbau von Angeboten wie Ausstiegshilfen. Auch zum Thema Gesundheitsvorsorge hat Bordellbetreiber Heer eine klare Meinung. „Das ist gar nicht umzusetzen. Ich habe die Frauen, die bei mir arbeiten, alle 14 Tage zum Gesundheitsamt geschickt. Doch da hieß es, sie sollten nur noch alle drei Monate kommen, weil es an Personal fehlt.“
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/i ... 30b3c.html
Kampagne gegen Prostitution bislang ein Flop
Eva Funke,
Trotz der Bemühungen von OB Fritz Kuhn kommt die Kampagne gegen Prostitution nur schwerfällig in Gang. Die Suche nach einer Agentur verläuft bislang erfolglos. SPD und CDU wollen nun Expertengruppe, die Projekt das voranbringt.
Eine Kampagne soll die Situation der Prostituierten verbessern
Stuttgart - Die Kampagne, mit der OB Fritz Kuhn (Grüne) auf das Verhalten von Freiern einwirken will, ist bislang ein Schlag ins Wasser. Die Aktion sollte ein Baustein im Konzept zur Verbesserung der Situation der Prostituierten in Stuttgart sein. Mit Plakaten, Flyern und Aufklärungsarbeit sollten Männer für Themen wie Armuts- und Zwangsprostitution sensibilisiert werden. Doch trotz Ausschreibung hat sich keine Agentur gefunden, die eine solche Kampagne entwickeln könnte.
„Es lagen Bewerbungen von drei Werbeagenturen vor: Keine kam infrage“, räumte Ordnungsbürgermeister Martin Schairer (CDU) in der Sitzung des Beirats für Gleichstellungsfragen am Mittwoch ein. Nun soll die Kampagne neu ausgeschrieben werden. „Anfang Juni“ rechnet Schairer mit einem Ergebnis. Sowohl SPD als auch CDU hatten wenig Verständnis für die Verzögerung. Die Stadträtinnen Judith Vowinkel (SPD) und Iris Ripsam (CDU) forderten, eine Jury aus Experten zu bilden, die Vorschläge für die Kampagne erarbeiten soll.
Das positive Fazit Schairers: Seit Kuhn im Dezember vergangenen Jahres sein Konzept gegen die Auswüchse der Prostitution vorgelegt hat, bieten wesentlich weniger Frauen in und rund ums Rotlichtviertel in der Innenstadt ihre Geschäfte auf der Straße an. Früher seien es etwa 90 gewesen, heute nur noch ungefähr 50 Frauen. Sabine Constabel vom Café La Strada, der Anlaufstelle für Prostituierte in dem Viertel, bestätigt, dass sich die Zahl beinahe halbiert habe. „Viele kommen jetzt mit einem Stapel Strafbefehlen zu uns“, stellt sie fest und sieht darin einen Beleg dafür, dass die Polizei verstärkt gegen Prostituierte vorgeht, die im Sperrbezirk auf der Straße Sexgeschäfte anbieten. Einige würden wegen der Strafen nicht mehr auf dem Strich arbeiten.
Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU, Beate Bulle-Schmid, fragte, ob die Behauptung stimmt, dass sich die Prostituierten jetzt zwar nicht mehr in der ans Leonhardsviertel grenzenden Katharinenstraße anbieten, dafür aber verstärkt an der Leonhardstraße auf Freier warten. Die Verlagerung rein ins Leonhardsviertel wird auch im Milieu selbst kritisiert.
„Das Konzept gegen die Auswüchse der Prostitution ist reine Augenwischerei“, sagt zum Beispiel Bordellbetreiber John Heer auf Anfrage unserer Zeitung. Er weist darauf hin, dass die illegale Prostitution dadurch nicht verhindert wird, sondern nur nicht mehr zu sehen ist. Dass die Frauen jetzt statt in der Katharinen- in der Leonhardstraße und dort auch vor seinem Etablissement anschaffen, bestätigt er. Und auch, dass ihm dadurch Kundschaft verloren gehe.
Der SPD kommt in dem OB-Konzept der Schutz der Frauen zu kurz. Sie fordert eine verbesserte Gesundheitsvorsorge und den Ausbau von Angeboten wie Ausstiegshilfen. Auch zum Thema Gesundheitsvorsorge hat Bordellbetreiber Heer eine klare Meinung. „Das ist gar nicht umzusetzen. Ich habe die Frauen, die bei mir arbeiten, alle 14 Tage zum Gesundheitsamt geschickt. Doch da hieß es, sie sollten nur noch alle drei Monate kommen, weil es an Personal fehlt.“
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/i ... 30b3c.html
Wer glaubt ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich.Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht. (Albert Schweitzer)
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