Ex-Hure «Pretty Woman» will ins französische Parlament

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fraences
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Ex-Hure «Pretty Woman» will ins französische Parlament

Beitrag von fraences »

Ex-Hure Nicole Castioni
«Pretty Woman» will ins französische Parlament


Die Genferin Nicole Castioni war ganz unten als Hure in Paris. Jetzt kandidiert die Doppelbürgerin fürs französische Parlament. Für die Partei von François Hollande.



Erstmals dürfen Ausland-Franzosen jetzt eigene Abgeordnete in die Pariser Assemblée Nationale wählen. Von insgesamt 577 Parlamentssitzen wird einer im Wahlkreis Schweiz-Liechtenstein bestimmt: Acht Frauen und drei Männer kandidieren dafür im Juni.
Für die Partei des neuen Präsidenten François Hollande will die Genfer Richterin und SP-Politikerin Nicole Castioni (53) in die
Nationalversammlung. Die französisch-schweizerische Doppelbürgerin lebte schon einmal in Paris, ganz unten: Sie stand als Prostituierte an der berüchtigten Rue Saint-Denis. «Ich will zurück nach Paris, stolz, mit erhobenem Haupt», sagt sie beim Treffen mit SonntagsBlick in einem Genfer Café.
Nicole Castioni streicht ihre blonden Haare zurück. Sie ist stolz auf den Weg, den sie gegangen ist.
Als sie vor rund 20 Jahren in die Genfer Kantonspolitik einstieg, Gemeinderätin wurde und später Kantonsrätin, habe sie gewusst: «Versteckspielen hilft nicht weiter, irgendwann kommt alles heraus.» Erst erzählte sie ihrer damals zehnjährigen Tochter, wie sie als junge Frau gelebt hatte, dann schrieb sie den autobiografischen Bestseller «Sonne am Ende der Nacht».
«Ich war ein junges und naives Landei», erklärt sie heute ihren Absturz. Knapp 20 Jahre alt war sie, ambitioniert, bildhübsch.
Vierte bei der Miss-Wahl
Nach der Matur will sie etwas erleben, nicht studieren. Sie arbeitet erfolgreich als Model, wird für Werbekampagnen gebucht. Bei der Miss-Schweiz-Wahl 1979 wird sie Vierte (siehe Bild unten), Kult­regisseur Jean-Luc Godard bietet ihr eine Rolle an.
In «Sauve qui peut (la vie)» spielt Nicole an der Seite von Stars wie Isabelle Huppert, Nathalie Baye und Jacques Dutronc. Das pralle Leben. «Ich dachte wirklich, ich könnte es schaffen», erinnert sie sich.
Sie lernt Jean-Michel kennen. In einem Genfer Nachtlokal, im September 1979, am Geburtstag einer Freundin. Die schöne Nicole fällt auf – wie immer. Jean-Michel flirtet mit ihr, sie verfällt ihm.
Er sieht gut aus, ist jung, charmant und offenbar reich. Er behauptet, er sei Journalist bei Mode­magazinen und könne ihr mit seinen Beziehungen Türen öffnen. Der Mann aus Paris schien aus einer anderen Welt zu stammen.
Er faszinierte das Mädchen, das nicht arm, aber im bescheidenen Rahmen einer Genfer Vorortswohnung aufgewachsen war, Tochter einer Hausfrau und eines Ingenieurs: guter Mittelstand, intakte Familie, liebevolle Eltern.
Als Kind sexuell missbraucht
«Ich habe gute Erinnerungen an eine glückliche Kindheit.» Dass sie im Alter von acht bis 13 Jahren von einem Verwandten sexuell missbraucht wurde – mit schweigender Zustimmung der Eltern, wie sie heute glaubt –, verdrängte sie.
Durch Jean-Michel entdeckt die junge Nicole den Luxus: Champagner und Kaviar in teuren Hotels, ­edlen Schmuck und elegante Kleider. «Ich fühlte mich wie im Film und spürte nicht, dass es ein schlechter Film war.» Ihren Freundinnen in Genf, die sich mit ihr freuen, erzählt sie, sie habe den Mann ihres Lebens getroffen. Und auch die ­Eltern sind glücklich.
Eine gute Partie, glauben sie. Dass der strahlende Fast-Schwiegersohn ihre Tochter jahrelang mit Gewalt in die Prostitution trieb, erfahren sie bis ans Ende ihrer Tage nicht. Wollten es wohl auch nicht wissen. Wie so vieles andere, das nicht ins Familienbild passte.
Es war in Brüssel, als Jean-­Michel das Geld ausging und sich der Traum in einen Albtraum verwandelte. Der Lebensgefährte verkuppelte Nicole in schummrigen Bars mit zahlungskräftigen Kunden. Erst tanzen, dann Sex. «Ich machte einfach mit», sagt Cas­tioni. Sie kann es noch heute kaum glauben.
«Es tönt absurd, aber ich dachte jedesmal, es sei das letzte Mal.» Doch Jean-Michel hatte nur noch ein Ziel: Nicole in Paris auf den Strich zu schicken. Notfalls mit Gewalt.
Als Anfängerin an der Rue Saint-Denis, der Hauptstrasse des Pariser Sexgewerbes, trug Nicole den Namen Gilda. Bis der abgewählte Präsident Nicolas Sarkozy den Prostituierten die öffentliche Anmache verbot, gab es hier, neben den Touristenfallen auf dem Montmartre, den ganz normalen Stras­senstrich.
Mit 22 bediente sie den ersten Freier
Anfangs versteckte Nicole ihr ­Gesicht noch hinter einem kleinen Schleier. «Das war damals gerade in Mode, es war wie ein Schutz.» Ihre Absteige hatte sie im ersten Stock eines dunklen Hinterhof­gebäudes unweit vom Stadtzentrum. Mit 22 bediente sie dort den ersten Freier.
Sie erinnert sich genau: «Er war um die 40. Ich ging mit ihm aufs Zimmer, er tat es, legte das Geld auf den Tisch und ging wieder.» Es ging so schnell, dass Jean-Michel misstrauisch wurde. Häufig schlug er sie danach, bedrohte sie mit einer Waffe. Niemand konnte ihr helfen, sie hatte Angst.
Fünf Jahre schaffte Nicole an. Genauso lang war sie als Kind missbraucht worden. «Das ist kein Zufall», glaubt sie. «Ich bestrafte mich selbst, obwohl ich das Opfer war, die typische Vertauschung der Rollen», analysiert sie.
Kokain half ihr, die Zeit des Leidens durchzuhalten. Überlebt hat sie letztlich, wie sie sagt, dank ihres eisernen Willens. Dann ist der Spuk vorbei. Mit schwerer Gelbsucht steigt sie in den Zug und kehrt nach Genf zurück. Nach Hause, zu ihren Eltern, die sie gesund pflegen. Von ihrem Leben in Paris erzählt sie ­ihnen nichts.
Im Alter von 27 beginnt ihr neues Leben
Kurz darauf stirbt Jean-Michel an einer Überdosis Rauschgift. Mit knapp 27 fängt Nicole ein neues Leben an. Zuerst arbeitet sie in ­einem Hotel: «Es war nicht einfach, eine Stelle zu finden, ohne präsentablen Lebenslauf.»
Doch sie ist immer noch ambitioniert, steigt auf, studiert Recht, heiratet und verliert ihren Mann an eine heimtückische Krebserkrankung, erzieht allein zwei inzwischen erwachsene Töchter, wird Politikerin und Richterin – und schreibt Sitcoms fürs Westschweizer Fernsehen.
Vor einer Woche wurde Nicole Castioni sogar als mögliche Ministerin für Frauenrechte in der Regierung Hollande genannt. «Zu viel der Ehre», lacht sie. Aber ins Parlament nach Paris will sie unbedingt.
Und zur Verbesserung des Verhältnisses zwischen der Schweiz und Frankreich beitragen: «Den Franzosen ist nicht immer bewusst, dass nicht alle Schweizer stinkreich und nicht alle Franzosen in der Schweiz Steuerflüchtlinge sind.»

http://www.blick.ch/news/ausland/pretty ... 90116.html
Wer glaubt ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich.Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht. (Albert Schweitzer)

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friederike
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RE: Ex-Hure «Pretty Woman» will ins französische Parlament

Beitrag von friederike »

Das Buch von Nicole ist tatsächlich lesenswert (ich weiss allerdings nicht, ob es überhaupt übersetzt ist). Sie hat auf der Rue St.-Denis "Strasse gemacht" und beschreibt die Arbeit mit einem Zuhälter und vor allem unter Koks. Für ihre Kandidatur ist ihr aller Erfolg zu wünschen!

Friederike