Wenn das in Deutschland erlaubt ist .,. (betrifft Wahlen)

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Eddy
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Wenn das in Deutschland erlaubt ist .,. (betrifft Wahlen)

Beitrag von Eddy »

Wenn das in Deutschland erlaubt ist:

https://www.t-online.de/finanzen/aktuel ... r-afd.html

dann frage ich mich, warum die ca. 2300 Prostitutionsbetriebe, die ja fast alle einen Internetauftritt haben, der ja von potenziellen und regelmäßigen Kunden auch zu Informationszwecken häufig besucht wird,

nicht ihrerseits auf das Sexkaufverbot der CDU/CSU hinweisen und vor der CDU/CSU warnen bzw. darauf hinweisen, wer auch ab 2026 noch Sexdienstleistungen in Anspruch nehmen wolle und dabei nicht zum Straftäter werden wolle, möge darüber nachdenken, bei der Bundestagswahl 2025 taktisch zu wählen?

Es ist nur noch ein Jahr bis zur Bundestagswahl ... die Zeit läuft uns weg. CDU/CSU aktuell weiter im Anstieg, FDP jetzt wieder knapp unter 5 % (wer die 5%-Hürde verpasst, stärkt indirekt die CDU/CSU und die GroKo), Grüne (tendenziell auch eher sexarbeitsfreundlich) schwächeln weiter ... es ist eine sehr gefährliche Konstellation. Wenn ich mir sonntags die neuesten Wahlumfragen anschaue, bin ich regelmäßig völlig resigniert, und der Trend verschlechtert sich weiter in Richtung auf ein totales Sexkaufverbot.

Bisher ging ich davon aus, solche "Wahlwerbung" oder "Wahlwarnung" (wie sie jetzt Edeka in einem natürlich ganz anderen Kontext vorführt) wäre verboten (wie in Deutschland ja schon jetzt vieles verboten und sehr reguliert ist), aber nach dieser Steilvorlage von Edeka?

2300 Prostitutionsbetriebe stehen (unter Berücksichtigung der aktuellen Wahlumfragen) 2026 vor dem Aus. Warum nutzen sie nicht jetzt, wo es noch geht (!), alle Hebel, um sich zu wehren? Klar, die Wählerstimmen von 2300 Betreibern gehen unter ... aber eine niedrig siebenstellige Anzahl von Freiern hat schon einen gewissen Einfluss - aber nur wenn die Freier wachgerüttelt werden.

Vielen scheint der Ernst der Lage nicht klar zu sein. Die Prostitutionsbetriebe sind hier diejenigen, die hierzu am besten aufklären könnten. Freierforen werden nur von einem Teil der Freier genutzt, und politische Diskussionen werden dort entweder direkt unterdrückt (von der Moderation) oder finden in kleinen speziellen Unterforen mit wenigen aktiven Interessenten statt, die ohnehin schon wohlinformiert sind. Die breite Masse der Freier wird von den Foren zu diesem Thema nicht erreicht - die können aber die Prostitutionsbetriebe erreichen - über ihre Homepages, aber auch durch gut sichtbare Aushänge und Plakate oder Flugblätter direkt in den Einrichtungen.

Wie gesagt: ich dachte bisher, das geht nicht / ist verboten. Aber Edeka zeigt, dass es offenbar doch geht!

Es kommt ja immer das berühmte Argument: es gibt aber auch für Freier wichtigere Themen als das Sexkaufverbot, die letztendlich für die Wahlentscheidung ausschlaggebend sind.

Wirklich? Es geht beim Sexkaufverbot nach CDU/CSU nicht um eine Ordnungswidrigkeit wie beim ProstSchG, sondern um eine echte Straftat mit allem, was dazu gehört: Gerichtsverhandlung, vorbestraft sein, Öffentlichkeit (Gerichtsverhandlungen sind öffentlich), das soziale, berufliche und familiäre Umfeld wird davon erfahren, Beamte können ihren Beamtenstatus verlieren und entlassen werden, aber auch viele andere Berufe können negative Folgen erleiden ... das ist in der Summe der Konsequenzen so gewaltig (über die eigentliche Strafe in Euro bemessen hinaus), dass es für wohl kaum einen Freier etwas wichtigeres geben könnte, als mit aller Macht das zu verhindern, dass so etwas Gesetz wird!

Eddy

Boris Büche
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Re: Wenn das in Deutschland erlaubt ist .,. (betrifft Wahlen)

Beitrag von Boris Büche »

"Bisher ging ich davon aus, solche "Wahlwerbung" oder "Wahlwarnung" (wie sie jetzt Edeka in einem natürlich ganz anderen Kontext vorführt) wäre verboten"

Verboten ist nur:
- Wahlwerbung direkt am Wahllokal;
- indirekte Werbung durch Veröffentlichen von Prognosen am Wahlwochenende.
Ansonsten geht alles.

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deernhh
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Re: Wenn das in Deutschland erlaubt ist .,. (betrifft Wahlen)

Beitrag von deernhh »

Menschenhandel, Menschenrechtsverletzungen, Unfreiheit, Zwang, Gewalt, massive wirtschaftliche Ausbeutung, Zwangsarbeit , Ausbeutung der Arbeitskraft, Ausnutzung strafbarer Handlungen, Ausbeutung durch Bettelei gibt es mal mehr oder mal weniger bei den eben genannten Schlagworten in vielerlei Branchen:

Im Verkehr- und Logistiksektor, in der Bekleidungsindustrie, im Lebensmittel- und Gastgewerbe, bei den Reinigungsberufen, im Baugewerbe, bei der Landwirtschaft,
in der Pflege, im Haushalt, in der fleischverarbeitenden Industrie, im Lieferdienst, bei den "unteren Schichten" in Krankenhäusern u.v.m..

Kann mir nicht vorstellen: dass auch gerade Politiker*innen ihre Arbeitskräfte in deren Haushalten, Gärten, Autopflege, Kinderbetreuung, Pflege etc. fair und ordentlich bezahlen, natürlich in der 35-Stunden-Woche (keine ausbeuterische Arbeitszeiten) und bei Überstunden auch Zusatzzahlungen, was alles für sie wohl steuerlich absetzbar ist.

Auch lassen sich die Politiker*innen sich bestimmt Vieles per Lieferdienst liefern, wo doch bekannt ist, dass die Arbeitsverhältnisse im Lieferdienst prekär sind.

Von Abstellung und/oder Verbesserung dieser prekären Verhältnissen habe ich bisher leider nichts und/oder viel mitbekommen.
Es bleibt also alles beim Alten und wird hingenommen.

Die Moral der Politiker*innen geht sogar soweit, dass sie zum Beispiel gerade die Sexarbeitenden, die ohnehin durch das Prostituiertenschutzgesetz von 2017 schon mehr Pflichten als Rechte haben, mehr Verbote (z.B. Arbeitsorte und -plätze) als Erlaubnisse haben und somit etwas auf dem Boden liegen, noch mehr nachtreten.

Viele Vereine, auch sexworker.at, die für die Sexarbeitenden sprechen, haben bereits z.B. in ihren Webseiten vielfach mit nachvollziehbaren Gründen erklärt, was sie vom Sexkaufverbot halten:
nämlich nichts.

Nur das wird in den Medien einfach nicht so recht wahrgenommen, weil es für die Journalisten und Journalistinnen wohl so langweilig ist.
Lieber über die kriminelle "Drauhaufmasche" auf uns Sexarbeitende berichten .... Ist wohl interessanter ...

Gesetze und Verordnungen z.B. in Sachen Menschenhandel gibt es bereits, nur sollte das auch ohne Ausnutzung der Lage und Angst der betroffenen Opfer angewendet werden, nicht dass z.B. ein/e Sexarbeitende/r aus einem anderen Land Angst haben muss, bei der Anzeige ausgewiesen zu werden.

Die Politik sollte auch mehr auf die virtuelle Welt der Sexarbeit hinschauen und was dagegen tun.
Was meint Ihr, warum ich in letzter Zeit immer wieder soviel über die schmutzigen Geschäfte und prekäre Arbeitsbedingungen bei mieser Bezahlung und sittenwidrigen Knebelverträgen hier im sexworker.at berichte?

Diese Art der virtuellen Sexarbeit ist um ein Weiteres viel, viel größer als die sehr kleine Art der realen, analogen Sexarbeit.

Von der virtuellen Sexarbeit ist die Politik wohl überfordert. Es gibt wohl keine, oder wenn doch, keine Ahnung, recht dürftige Gesetze und Verordnungen darüber.

Schlimm, wie mit der Holzhammermethode auf uns Sexarbeitende gedroschen wird.

Die Abolitionist*innen (Sexkaufgegner*innen) haben sich bislang noch nicht zur virtuellen Sexarbeit geäußert ...






Regeln für die Wahlwerbung zum Stimmenfang (was ist erlaubt, was nicht) siehe diesen Link:

https://www.anwalt.org/wahlwerbung/

Hier auch der Link über die "Spiegel"-Nachricht über die EDEKA-Warnwerbung, wo ersichtlich ist, dass viele jetzt nicht mehr bei EDEKA einkaufen und jetzt erst recht die blaue AfD wählen wollen:

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unter ... e7eca9321c



Und jetzt mal etwas Offtopic, also etwas Lustiges: