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Umstrittene „Mission Freedom“Vor dem Michel: Huren-Protest gegen radikale Predigerin
Sie ist höchst umstritten – doch ihre Jünger sind ihr treu: Rund 120 Besucher sind gestern auf Einladung der umstrittenen Predigerin Gaby Wentland zu der Veranstaltung ihres Vereins „Mission Freedom“ in den Michel gekommen. Während drinnen über Zwangsprostitution referiert wurde, demonstrierten draußen Huren.
„,Mission Freedom‘ gibt vor, Frauen helfen zu wollen“, sagt Undine de Rivière, Prostituierte und Sprecherin des Berufsverbandes für sexuelle Dienstleistungen. „In Wahrheit geht es aber darum, bestimmte religiöse Vorstellungen durchzudrücken.“ Tatsächlich spricht Gaby Wentland im Stil amerikanischer Erweckungsprediger von Flüchen und Geistheilung, will ihre Worte direkt von Gott empfangen.
Huren-Aktivistin Undine de Rivière verteilte vor dem Michel Flugblätter an die Besucher.
Undine de Rivière und ihre Mitstreiterinnen drückten den Kongressbesuchern Zettel in die Hand: „Sprecht mit uns, nicht über uns.“ Kein Hamburger Experte hatte sich bereit erklärt, bei der Veranstaltung als Redner aufzutreten. Offizielle Stellen lehnen die Zusammenarbeit mit „Mission Freedom“ ab.
Viele Plätze in der großen Kirche bleiben leer. An den Wänden Info-Plakate zu „Mission Freedom“. Ein Foto heißt „Therapie mit Klientinnen“. Es zeigt Frauen in Brautkleidern.
Am Mikrofon: Thomas Schirrmacher von der „Evangelischen Allianz“, erbitterter Kämpfer gegen die Öffnung der evangelischen Kirche für homosexuelle Partnerschaften. Matthias Wolf von der Evangelischen Allianz Hamburg höhnt über einen Journalisten, der ihn einmal nach seiner Haltung zu Kondomen gefragt habe: „Dem habe ich gesagt: Wenn wir die letzte Zwangsprostituierte befreit haben, können wir über Kondome sprechen.“
Den Schlusssegen sollte Michel-Hauptpastor Alexander Röder sprechen. Er hatte kurzfristig abgesagt.
