Gesetzesverschärfung in Deutschland in Schweizer Medien

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fraences
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Gesetzesverschärfung in Deutschland in Schweizer Medien

Beitrag von fraences »

Gesetzesverschärfung in Deutschland
Prominente streiten über käuflichen Sex


Prostitution ist in Deutschland so liberal geregelt wie in kaum einem anderen Land der Welt. Union und SPD wollen jetzt für Bordelle eine Genehmigungspflicht einführen und die Kontrollmöglichkeiten der Polizei verbessern. Prostitution ist in Deutschland so liberal geregelt wie in kaum einem anderen Land der Welt. Union und SPD wollen jetzt für Bordelle eine Genehmigungspflicht einführen und die Kontrollmöglichkeiten der Polizei verbessern.
Prostitution ist in Deutschland so liberal geregelt wie in kaum einem anderen Land der Welt. Union und SPD wollen jetzt für Bordelle eine Genehmigungspflicht einführen und die Kontrollmöglichkeiten der Polizei verbessern.

Seit einigen Monaten gibt es in Deutschland eine heftige Diskussion um die Regelungen zur Prostitution, die zu den liberalsten weltweit zählen. Union und SPD haben sich jetzt bei ihren Koalitionsverhandlungen in Berlin darauf geeinigt, das seit 2001 geltende Prostitutionsgesetz zu verschärfen. So ist geplant, für Bordelle eine Genehmigungspflicht wie für Gastronomiebetriebe einzuführen und die Kontrollmöglichkeiten durch die Polizei zu verbessern.

Ausserdem sollen die Aufenthaltsrechte von Opfern des Menschenhandels verbessert werden. Das von der damaligen rot-grünen Bundesregierung unter Gerhard Schröder auf den Weg gebrachte Prostitutionsgesetz schuf erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik einen rechtlichen Rahmen für käuflichen Sex. Durch eine Änderung des Strafgesetzbuches wurde zudem das Betreiben von Bordellen und ähnlichen Einrichtungen nicht mehr unter Strafe gestellt. Kritiker bemängeln, dass Prostitution damit in Deutschland «salonfähig» geworden sei und das Gesetz vor allem Zuhältern und Menschenhändlern nutze.

«Ächtung und Abschaffung»

Die Feministin Alice Schwarzer veröffentlichte vor wenigen Wochen einen Appell, in dem die «Ächtung und Abschaffung» der Prostitution gefordert wird. Unterschrieben wurde er von vielen Prominenten wie der Schauspielerin Maria Furtwängler, dem Historiker Hans-Ulrich Wehler oder auch der einflussreichen Vorsitzenden der CDU-Frauenunion, Maria Böhmer. Als Reaktion darauf veröffentlichten andere Prominente einen Aufruf für den Erhalt des Prostitutionsgesetzes, das trotz einigen Mängeln die Situation von «Sexarbeiterinnen in Deutschland» verbessert habe und nicht für den Menschenhandel verantwortlich gemacht werden könne. Zu den Unterzeichnern gehören neben dem Sänger Gunter Gabriel, dem Schauspieler Christian Ulmen und einigen weiblichen Bundestagsabgeordneten auch «Alissia», «Ella» und «Isabella», die sich als «Sexarbeiterinnen aus Rumänien im Haus 9 in Bremen» bezeichnen.
Viele Frauen vom Balkan

Unstrittig ist, dass in Deutschland die Zahl der Prostituierten aus Rumänien und Bulgarien seit dem EU-Beitritt beider Länder 2007 sprunghaft zugenommen hat. In Stuttgart, wo das Sexgewerbe besonders genau kontrolliert wird, wurden im vergangenen Jahr 3359 Prostituierte gezählt. 82 Prozent stammten aus dem Ausland, die weitaus meisten vom Balkan. Sehr hoch ist der Anteil von Roma-Frauen oder von Angehörigen der türkischen Minderheit in Bulgarien. «Prostitution in Deutschland ist überwiegend Armutsprostitution», sagt Sabine Constabel vom Sozialdienst für Prostituierte in Stuttgart.

Ein Beispiel dafür ist Elena P., die im März 2012 als 21-Jährige aus der rumänischen Kleinstadt Targoviste nach Berlin kam, um in einer zum Bordell umgebauten Wohnung im Stadtteil Neukölln ihre sexuellen Dienste anzubieten. Geöffnet hat der Klub von 18 Uhr bis 6 Uhr früh. Pro Nacht bediente Elena im Durchschnitt 15 Freier, von denen sie meist 40 Euro für 20 Minuten Sex bekam.

Umgerechnet auf 25 Arbeitstage ergab sich ein monatlicher Umsatz von rund 15 000 Euro. Die Hälfte ging an den Betreiber des Bordells, den Rest gab sie am Morgen ihrem Cousin, der mit ihr nach Berlin gekommen war und davon auch die überteuerte «Miete» für das Zimmer in dem Bordell zahlte, in dem die Prostituierten tagsüber schliefen. Selbst wenn Elena P. von ihrem Gesamtumsatz in Höhe von rund 15 000 Euro nur knapp 1000 Euro und damit weniger als sieben Prozent behalten durfte, war das für die arbeitslose Rumänin noch immer sehr viel Geld

http://www.nzz.ch/aktuell/international ... 1.18183514
Wer glaubt ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich.Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht. (Albert Schweitzer)

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