Eine die mal Tacheles redet
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fraences
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Eine die mal Tacheles redet
Alles andere als geil
Ich habe 9 Jahre als Prostituierte gearbeitet. Sexworkerin trifft es eher. Ich habe es nämlich getan, um meine Miete und mein Essen zu bezahlen. Arbeit eben.
Das Geschäft lebt von den Versprechungen der ungebremsten sexuellen Erfüllung, der Freiheit und der Perversionen. Aber das ist ein Teil des Marketings. Sexworkerin tun das, was Ehefrauen nicht tun, aber es sind keine ausgefeilte sexuelle Praktiken, von Ausnahmen abgesehen. Es geht um ein Versprechen, das nie eingelöst wird. Das Versprechen von der erfüllten Sehnsucht. Nicht einfach der Sehnsucht danach bedingungslos geliebt und begehrt zu werden, sondern auch nur bestimmen können, von wem.
Sexuelle Befriedigung und kontrollierte Entspannung. Ein Widerspruch? Ja. Sexuelle Vereinigung ist auch immer ein sich hingeben, sich fallenlassen, sich dem anderen ausliefern mit Haut und Haaren. Das macht verletzlich, das macht Angst. Mit dem käuflichen Sex umgeht Mann das Problem.
Es gibt diese Dienstleistungen auch für Frauen, wird aber weniger nachgefragt, da die meisten Frauen schlicht nicht die Mittel dazu haben oder einfach nicht so draufstehen, dass Mann ihnen etwas vormacht.
Männer spüren auch,dass es nicht echt ist, aber in 9 Jahren hat nur einer zu mir gesagt: „Erspar dir das Gestöhne, ich weiß, dass es dir keinen Spaß macht.“ Die anderen redeten sich ein, es werde beim nächsten Mal, bei der Nächsten der ersehnte Kick kommen. Freier sind entweder nach dem ersten Mal enttäuscht und gehen nie wieder zu einer Hure, oder sie gehen regelmäßig. Es wird zur Sucht.
Das Schlimmste, was einer Frau als Prostituierte passieren kann, ist dass ein langjähriger Stammfreier sich in sie verliebt. Dann verliert sie nämlich einen Kunden. Die Zuneigung, die eine Sexworkerin gibt, ist nicht echt, sondern nur gespielt. Es ist nur ein Versprechen, das nicht eingelöst wird. Ich habe die Werbung verkauft und das Produkt verschenkt. Das Produkt eine sexuelle Dienstleistung. Ein paar Handgriffe, ein bisschen Stöhnen und Gymnastik mit den Geschlechtsteilen. So ein Akt dauert in der Regel 2- 7 Minuten. Darum geht’s so gut als „Drive in Geschäft“ auf dem Straßenstrich. Man kann vorfahren, sich eine Frau aussuchen und die Sache schnell im eigenen Auto hinter sich bringen. Bezahlt wird im Voraus – hinterher würde die meisten Männer das Geld reuen – und damit sind sämtliche weitergehende Verpflichtungen danach quasi vertraglich ausgeschlossen. Keine Gefühle, keine Bindungen, kein schlechtes Gewissen.
Es ist kein Job wie jeder andere, aber es ist nur ein Job
Eine Bekannte von mir, eine Krankenpflegerin wollte mal dabei sein und zuschauen. Kein Problem, es gibt Männer, die finden das geil und zahlen dafür auch extra. Sie stellte danach ernüchtert fest: „Das ist gar nicht intim. Nicht so intim, wie wenn ich einen Patienten wasche.“ Stimmt, darum habe ich auch nie Krankenpflegerin oder Friseuse gelernt. Körperliche Nähe ja, aber emotionale nein.
Wer Männer hasst oder sie verachtet kann den Beruf nicht ausüben. Eine Sexworkerin kümmert sich nicht nur auf intime Weise um die Bedürfnisse ihrer männlichen Kundschaft, sondern auch auf eine umfassende Art und Weise, wie es eine Ehefrau, Geliebte oder Partnerin nie tun würde. Das setzt voraus, dass Frau Männer mag. Es geht bei dieser Dienstleistung um ihn, nur um ihn, ausschließlich um seine Bedürfnisse, nicht um ihre.
Sie hat zu sagen, zu denken und zu fühlen, was er sich von ihr verspricht. Das heißt sie tut so als ob. Je perfekter, desto besser. Sie darf ihm nie das Gefühl geben, sie sei schlauer oder intelligenter als er. Und egal wie oder was er macht, sie hat es absolut geil zu finden. Sexworkerinnen sind ausgezeichnete Schauspielerinnen.
Der Trick ist, ihn so schnell wie möglich körperlich zu befriedigen und ihm gleichzeitig das Gefühl zu vermitteln, er, nur er, sei der Einzige, bei dem sie je einen Orgasmus hatte. Wer das seltene Glück hat, einen Freier persönlich zu kennen, wird genau das von ihm hören:“Bei mir ist es ihr wirklich gekommen“.
Je schneller frau einen Freier befriedigt hat, desto schneller geht er wieder. Das lernen alle sich prostituierenden Frauen, auch solche, die dazu gezwungen werden. Den Luxus etwas für die Kundschaft zu empfinden, egal ob Sympathie oder Antipathie oder Ekel, kann sich keine Sexworkerin leisten. Professionalität basiert auf der emotionalen Distanz, die frau entweder schon am ersten Tag lernt oder sie ist für den Job nicht geeignet.
Es ist ein Mythos, dass es massenhaft Zwangsprostituierte gibt. Diese Art von „Ware“ ist heikel. Die Investitionen größer als man denkt. Die Frauen müssen gewisse Kriterien erfüllen, man muss sie anwerben, einfach entführen geht nur im Film. Frauen sind keine Pferde, die man zureiten kann. Jede Frau kann ein Risiko darstellen. Menschenhändler haben ein Gespür dafür. Es will ja keiner mit einem Küchenmesser im Rücken enden.
Zwangsprostituierte können flüchten, sie können – wie in Zürich geschehen herausfinden, dass der Staat nicht korrumpierbar ist und Anzeige erstatten und sie können sich emporarbeiten und als Anwerberinnen für andere Frauen die Seiten wechseln. Die meisten sterben allerdings einfach früh. Weil sie keine medizinische Behandlung erhalten, nicht mehr genügend Geld heranschaffen oder zu einem Sicherheitsrisiko werden.
Die weit verbreitete Meinung, es gäbe mehr Zwangsprostituierte als professionell arbeitende Frauen ist nicht nur falsch, er ist gut fürs Geschäft. Viele Männer finden die Vorstellung geil, dass es Prostituierte gibt, die alles, einfach alles machen. In der Realität funktioniert das nicht so einfach. Jede Frau macht nur das, was sie machen kann, was sexuelle Praktiken betrifft und den Zuhälter, falls einer dahinter steht, interessiert nur die Kohle, die sie reinbringt. Weniger antörnend finden es die meisten Freier übrigens, wenn da jedes mal ein Typ daneben stehen würde.
Frauen mit Prügelflecken oder blauen Augen sind auch nicht gut fürs Geschäft. Also muss der Zwang schon subtiler erfolgen, was einzelne Sadisten ,wie die Ungarn, die in Zürich verurteilt wurden nicht ausschließt.
Debatten um Zwangsprostitution dienen dem organisierten Verbrechen. Sie lenken von rentableren Geschäften ab. Zwangsarbeiter auf dem Bau, in der Textilbranche und bei der Haushaltshilfe- und Pflege bringen mehr, da es sich dabei nicht ausschließlich um hübsche junge Frauen handeln muss und es sich nicht im öffentlichen oder halböffentlichen Raum abspielt.
Alle Sexworkerinnen als Zwangsprostituierte zu sehen, dient dem Bedürfnis der moralischen Überlegenheit einzelner. Die Frauen als Opfer zu sehen, macht es auch den Freiern einfacher. Sie sehen dann die Befriedigung ihrer Bedürfnisse (früher auf dem Drogenstrich eingelöst) als humanitäre Hilfeleistung. Jeder denkt, wenn ich gehe, dann muss sie einen anderen weniger machen. Einen dieser Sauhunde.
Freier reden nicht miteinander. Jeder denkt von sich die große Ausnahme zu sein. Außer ihm seien das alles emotionale Krüppel, Perverse oder einfach arme Teufel, die sonst keine Frau abkriegen. Jeder 4. Schweizer Mann ist statistisch gesehen ein Freier. Die meisten davon in einer intakten Beziehung oder verheiratet. Jeder sieht sich als die „Ausnahme“.
Am Phänomen der Prostitution sind 98,5% Freier und 1,5% Prostituierte beteiligt. Aber die Diskussionen drehen sich immer um die Frauen. Immer öfter, um die Frauen als Opfer, die somit als unselbstständig gelten. Praktisch für Behörden und Freier. Wer nichts wert ist, den muss Mann auch nicht respektvoll behandeln. Da wo Prostitution verboten ist, da werden die Prostituierten bestraft, die Freier brauchen also nicht zu befürchten, wenn sie einer solchen Frau Gewalt antun oder sie um ihren Lohn betrügen, dass sie dann angezeigt werden.
Kein System ist so perfekt mit Hilfe von Gesetzgebung und gesellschaftlicher Stigmatisierung darauf ausgerichtet, der Kundschaft alle Freiheiten zum geringst möglichen Preis zu gewähren, wie die Prostitution.
http://eidgenossin.wordpress.com/2013/0 ... -als-geil/
Ich habe 9 Jahre als Prostituierte gearbeitet. Sexworkerin trifft es eher. Ich habe es nämlich getan, um meine Miete und mein Essen zu bezahlen. Arbeit eben.
Das Geschäft lebt von den Versprechungen der ungebremsten sexuellen Erfüllung, der Freiheit und der Perversionen. Aber das ist ein Teil des Marketings. Sexworkerin tun das, was Ehefrauen nicht tun, aber es sind keine ausgefeilte sexuelle Praktiken, von Ausnahmen abgesehen. Es geht um ein Versprechen, das nie eingelöst wird. Das Versprechen von der erfüllten Sehnsucht. Nicht einfach der Sehnsucht danach bedingungslos geliebt und begehrt zu werden, sondern auch nur bestimmen können, von wem.
Sexuelle Befriedigung und kontrollierte Entspannung. Ein Widerspruch? Ja. Sexuelle Vereinigung ist auch immer ein sich hingeben, sich fallenlassen, sich dem anderen ausliefern mit Haut und Haaren. Das macht verletzlich, das macht Angst. Mit dem käuflichen Sex umgeht Mann das Problem.
Es gibt diese Dienstleistungen auch für Frauen, wird aber weniger nachgefragt, da die meisten Frauen schlicht nicht die Mittel dazu haben oder einfach nicht so draufstehen, dass Mann ihnen etwas vormacht.
Männer spüren auch,dass es nicht echt ist, aber in 9 Jahren hat nur einer zu mir gesagt: „Erspar dir das Gestöhne, ich weiß, dass es dir keinen Spaß macht.“ Die anderen redeten sich ein, es werde beim nächsten Mal, bei der Nächsten der ersehnte Kick kommen. Freier sind entweder nach dem ersten Mal enttäuscht und gehen nie wieder zu einer Hure, oder sie gehen regelmäßig. Es wird zur Sucht.
Das Schlimmste, was einer Frau als Prostituierte passieren kann, ist dass ein langjähriger Stammfreier sich in sie verliebt. Dann verliert sie nämlich einen Kunden. Die Zuneigung, die eine Sexworkerin gibt, ist nicht echt, sondern nur gespielt. Es ist nur ein Versprechen, das nicht eingelöst wird. Ich habe die Werbung verkauft und das Produkt verschenkt. Das Produkt eine sexuelle Dienstleistung. Ein paar Handgriffe, ein bisschen Stöhnen und Gymnastik mit den Geschlechtsteilen. So ein Akt dauert in der Regel 2- 7 Minuten. Darum geht’s so gut als „Drive in Geschäft“ auf dem Straßenstrich. Man kann vorfahren, sich eine Frau aussuchen und die Sache schnell im eigenen Auto hinter sich bringen. Bezahlt wird im Voraus – hinterher würde die meisten Männer das Geld reuen – und damit sind sämtliche weitergehende Verpflichtungen danach quasi vertraglich ausgeschlossen. Keine Gefühle, keine Bindungen, kein schlechtes Gewissen.
Es ist kein Job wie jeder andere, aber es ist nur ein Job
Eine Bekannte von mir, eine Krankenpflegerin wollte mal dabei sein und zuschauen. Kein Problem, es gibt Männer, die finden das geil und zahlen dafür auch extra. Sie stellte danach ernüchtert fest: „Das ist gar nicht intim. Nicht so intim, wie wenn ich einen Patienten wasche.“ Stimmt, darum habe ich auch nie Krankenpflegerin oder Friseuse gelernt. Körperliche Nähe ja, aber emotionale nein.
Wer Männer hasst oder sie verachtet kann den Beruf nicht ausüben. Eine Sexworkerin kümmert sich nicht nur auf intime Weise um die Bedürfnisse ihrer männlichen Kundschaft, sondern auch auf eine umfassende Art und Weise, wie es eine Ehefrau, Geliebte oder Partnerin nie tun würde. Das setzt voraus, dass Frau Männer mag. Es geht bei dieser Dienstleistung um ihn, nur um ihn, ausschließlich um seine Bedürfnisse, nicht um ihre.
Sie hat zu sagen, zu denken und zu fühlen, was er sich von ihr verspricht. Das heißt sie tut so als ob. Je perfekter, desto besser. Sie darf ihm nie das Gefühl geben, sie sei schlauer oder intelligenter als er. Und egal wie oder was er macht, sie hat es absolut geil zu finden. Sexworkerinnen sind ausgezeichnete Schauspielerinnen.
Der Trick ist, ihn so schnell wie möglich körperlich zu befriedigen und ihm gleichzeitig das Gefühl zu vermitteln, er, nur er, sei der Einzige, bei dem sie je einen Orgasmus hatte. Wer das seltene Glück hat, einen Freier persönlich zu kennen, wird genau das von ihm hören:“Bei mir ist es ihr wirklich gekommen“.
Je schneller frau einen Freier befriedigt hat, desto schneller geht er wieder. Das lernen alle sich prostituierenden Frauen, auch solche, die dazu gezwungen werden. Den Luxus etwas für die Kundschaft zu empfinden, egal ob Sympathie oder Antipathie oder Ekel, kann sich keine Sexworkerin leisten. Professionalität basiert auf der emotionalen Distanz, die frau entweder schon am ersten Tag lernt oder sie ist für den Job nicht geeignet.
Es ist ein Mythos, dass es massenhaft Zwangsprostituierte gibt. Diese Art von „Ware“ ist heikel. Die Investitionen größer als man denkt. Die Frauen müssen gewisse Kriterien erfüllen, man muss sie anwerben, einfach entführen geht nur im Film. Frauen sind keine Pferde, die man zureiten kann. Jede Frau kann ein Risiko darstellen. Menschenhändler haben ein Gespür dafür. Es will ja keiner mit einem Küchenmesser im Rücken enden.
Zwangsprostituierte können flüchten, sie können – wie in Zürich geschehen herausfinden, dass der Staat nicht korrumpierbar ist und Anzeige erstatten und sie können sich emporarbeiten und als Anwerberinnen für andere Frauen die Seiten wechseln. Die meisten sterben allerdings einfach früh. Weil sie keine medizinische Behandlung erhalten, nicht mehr genügend Geld heranschaffen oder zu einem Sicherheitsrisiko werden.
Die weit verbreitete Meinung, es gäbe mehr Zwangsprostituierte als professionell arbeitende Frauen ist nicht nur falsch, er ist gut fürs Geschäft. Viele Männer finden die Vorstellung geil, dass es Prostituierte gibt, die alles, einfach alles machen. In der Realität funktioniert das nicht so einfach. Jede Frau macht nur das, was sie machen kann, was sexuelle Praktiken betrifft und den Zuhälter, falls einer dahinter steht, interessiert nur die Kohle, die sie reinbringt. Weniger antörnend finden es die meisten Freier übrigens, wenn da jedes mal ein Typ daneben stehen würde.
Frauen mit Prügelflecken oder blauen Augen sind auch nicht gut fürs Geschäft. Also muss der Zwang schon subtiler erfolgen, was einzelne Sadisten ,wie die Ungarn, die in Zürich verurteilt wurden nicht ausschließt.
Debatten um Zwangsprostitution dienen dem organisierten Verbrechen. Sie lenken von rentableren Geschäften ab. Zwangsarbeiter auf dem Bau, in der Textilbranche und bei der Haushaltshilfe- und Pflege bringen mehr, da es sich dabei nicht ausschließlich um hübsche junge Frauen handeln muss und es sich nicht im öffentlichen oder halböffentlichen Raum abspielt.
Alle Sexworkerinnen als Zwangsprostituierte zu sehen, dient dem Bedürfnis der moralischen Überlegenheit einzelner. Die Frauen als Opfer zu sehen, macht es auch den Freiern einfacher. Sie sehen dann die Befriedigung ihrer Bedürfnisse (früher auf dem Drogenstrich eingelöst) als humanitäre Hilfeleistung. Jeder denkt, wenn ich gehe, dann muss sie einen anderen weniger machen. Einen dieser Sauhunde.
Freier reden nicht miteinander. Jeder denkt von sich die große Ausnahme zu sein. Außer ihm seien das alles emotionale Krüppel, Perverse oder einfach arme Teufel, die sonst keine Frau abkriegen. Jeder 4. Schweizer Mann ist statistisch gesehen ein Freier. Die meisten davon in einer intakten Beziehung oder verheiratet. Jeder sieht sich als die „Ausnahme“.
Am Phänomen der Prostitution sind 98,5% Freier und 1,5% Prostituierte beteiligt. Aber die Diskussionen drehen sich immer um die Frauen. Immer öfter, um die Frauen als Opfer, die somit als unselbstständig gelten. Praktisch für Behörden und Freier. Wer nichts wert ist, den muss Mann auch nicht respektvoll behandeln. Da wo Prostitution verboten ist, da werden die Prostituierten bestraft, die Freier brauchen also nicht zu befürchten, wenn sie einer solchen Frau Gewalt antun oder sie um ihren Lohn betrügen, dass sie dann angezeigt werden.
Kein System ist so perfekt mit Hilfe von Gesetzgebung und gesellschaftlicher Stigmatisierung darauf ausgerichtet, der Kundschaft alle Freiheiten zum geringst möglichen Preis zu gewähren, wie die Prostitution.
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Wer glaubt ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich.Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht. (Albert Schweitzer)
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Fakten und Infos über Prostitution
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Snickerman
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Tacheles vielleicht, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie für die große Mehrheit spricht.
Anders gesagt, sowas Abgezocktes will ich nicht an meinen Körper lassen und ich will mich auch nicht so heruntergemacht wissen.
Meine Erlebnisse waren fast alle viel entspannter und fröhlicher, ich halte mich moralisch weder für besser noch schlechter als die meisten,
dennoch versuche ich immer positive Gefühle zu verbreiten- die Frauen sind für mich keine "Opfer", sie sind stark, mächtiger als ich, denn sie können jederzeit abbrechen und mich rausschmeißen...
Die restlichen Aussagen dagegen sind nachvollziehbar und realistisch. Bis auf: "Die meisten (Zwangsprostituierten) sterben allerdings früh...
Anders gesagt, sowas Abgezocktes will ich nicht an meinen Körper lassen und ich will mich auch nicht so heruntergemacht wissen.
Meine Erlebnisse waren fast alle viel entspannter und fröhlicher, ich halte mich moralisch weder für besser noch schlechter als die meisten,
dennoch versuche ich immer positive Gefühle zu verbreiten- die Frauen sind für mich keine "Opfer", sie sind stark, mächtiger als ich, denn sie können jederzeit abbrechen und mich rausschmeißen...
Die restlichen Aussagen dagegen sind nachvollziehbar und realistisch. Bis auf: "Die meisten (Zwangsprostituierten) sterben allerdings früh...
Ich höre das Gras schon wachsen,
in das wir beißen werden!
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Doris67
- PlatinStern

- Beiträge: 1127
- Registriert: 20.06.2012, 10:16
- Wohnort: Strasbourg
- Ich bin: SexarbeiterIn
Nuja. Tacheles der Prostitutionsgegnerinnen zuspielt. Das mag ja alles für sie stimmen, ist aber in der gegenwärtigen politischen Lage der Sexarbeit in Deutschland alles andere als hilfreich, hier wird einmal mehr vergessen, oder ignoriert, wer das alles liest. Schweigen wäre öfters Gold...
Mitglied der Confédération Nationale du Travail
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fraences
- Admina

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- Registriert: 07.09.2009, 04:52
- Wohnort: Frankfurt a. Main Hessen
- Ich bin: Keine Angabe
@Doris
Du hast recht und manche Formulierungen (die Schnicker auch bemängelte) finde ich nicht so prickelnd.
Aber ich empfinde es als schlimm und schon fast wieder stigmatisierend, das man unsere Arbeit nur noch als den super-dupper job in den Medien darstellt.
Und dieses starkes betonen von freiwillige Hure, warum muss man das so betonen. Da haben die Prostitutionsgegner uns ganz schön in eine Ecke gedrängt.
Ich denke in jeden Beruf gibt es positive und negative Aspekte.
Ich empfinde, das als eine neue Stigmatisierung in der heutige Zeit, das wir auf Grund der politische Situation, nicht mehr authentisch sein dürfen, um kein Öl ins Feuer zu schütten.
@schnickermann
Klar hört sich das hart an, was die schreibt und deillusionierend für Kunden. Aber dieses ständige über romantisieren der Sexarbeit,was in den letzten Jahren passiert ist, finde ich auch nicht richtig.
Es ist immer von vielen Faktoren abhängig, wie ein Date verläuft. Und wir machen diese Arbeit, weil wir damit Geldverdienen wollen und nicht ständig auf abruf geil sind.
Und das mit der Zwangsprostituierte sterben, das ist völliger Quatsch. Da sehe ich genauso.
Liebe Grüße, Fraences
Du hast recht und manche Formulierungen (die Schnicker auch bemängelte) finde ich nicht so prickelnd.
Aber ich empfinde es als schlimm und schon fast wieder stigmatisierend, das man unsere Arbeit nur noch als den super-dupper job in den Medien darstellt.
Und dieses starkes betonen von freiwillige Hure, warum muss man das so betonen. Da haben die Prostitutionsgegner uns ganz schön in eine Ecke gedrängt.
Ich denke in jeden Beruf gibt es positive und negative Aspekte.
Ich empfinde, das als eine neue Stigmatisierung in der heutige Zeit, das wir auf Grund der politische Situation, nicht mehr authentisch sein dürfen, um kein Öl ins Feuer zu schütten.
@schnickermann
Klar hört sich das hart an, was die schreibt und deillusionierend für Kunden. Aber dieses ständige über romantisieren der Sexarbeit,was in den letzten Jahren passiert ist, finde ich auch nicht richtig.
Es ist immer von vielen Faktoren abhängig, wie ein Date verläuft. Und wir machen diese Arbeit, weil wir damit Geldverdienen wollen und nicht ständig auf abruf geil sind.
Und das mit der Zwangsprostituierte sterben, das ist völliger Quatsch. Da sehe ich genauso.
Liebe Grüße, Fraences
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Arum
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- Wohnort: Niederländische Grenzregion
- Ich bin: Keine Angabe
Re: Eine die mal Tacheles redet

Stimmt schon deswegen nicht generell, weil in den viel besuchten Saunaclubs, mal von der Eintrittssumme abgesehen, nicht im Voraus, sondern nachher bezahlt wird. Wie hätte dieses Konzept so erfolgreich werden können, wenn der Kunde das im Voraus Bezahlen unbedingt braucht, um sich emotional abtrennen zu können?fraences hat geschrieben: Bezahlt wird im Voraus - hinterher würde die meisten Männer das Geld reuen -
Dies empfinde ich selber schon als eine Beleidigung, aber da könnte man noch meinen, man sei (als z.B. Mitglied in diesem Forum) so etwas wie die Ausnahme: die Anderen, ja, die Anderen ticken so.Die weit verbreitete Meinung, es gäbe mehr Zwangsprostituierte als professionell arbeitende Frauen ist nicht nur falsch, er ist gut fürs Geschäft. Viele Männer finden die Vorstellung geil, dass es Prostituierte gibt, die alles, einfach alles machen.
Nur, bemerkenswerterweise hat vor einiger Zeit die niederländische SW-Bloggerin Zondares (das heisst: Sünderin), die den bei uns wohl
wichtigsten Blog aus SW-Sicht führt (leider nur auf Niederländisch), analysiert, auch aufgrund von Kolleginnenerfahrungen, das bei uns zurücklaufende Kundeninteresse habe direkt mit der heutigen allgemeinen Verleumdung des Gewerbes als Hort der Unterdrückung und Ausbeutung zu tun (bei uns in der Öffentlichkeit gerade etwas abgeflaut). Viele Kunden, so meint sie, möchten damit nichts zu tun haben, oder haben Angst für einen angesehen zu werden, der solches gutheisst. Ob das so stimmt, sei dahingestellt, denn die Wirtschaftskrise schlägt bei uns recht hohe Wellen und das wirkt sich auch aufs Kundenverhalten aus, aber immerhin.
Guten Abend, schöne Unbekannte!
Joachim Ringelnatz
Joachim Ringelnatz
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fraences
- Admina

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RE: Eine die mal Tacheles redet
Wenn wir neben der Sexarbeit ein xbeliebigen Beruf,nämlich beispielsweise den Dachdecker betrachten, wird folgendes klar:
Im besten Fall hat der Handwerker seine Fähigkeit und Talent gemäß eine 3 bis 4 jährige Ausbildung absolviert um das Rüstzeug für seine freiwillige Berufswahl zu erwerben. Zu erst einmal wird er die Sicherheitsbestimmung zu verinnertlich haben, dazu zählt eine Sicherheitskleidung, Umgang mit Handswerkzeugen und Maschinen und berufsspezifischen Materialen. Er wird lernen, kundenorientiert zu arbeiten, seinen persönlichen Geschmack unter zu ordnen. Er wird auch lernen Unmögliches im Rahmen seines erworbenen Wissen abzulehnen und den Kunden darüber aufzuklären, warum dessen persönliche Wunsch nicht umsetzbar ist und versuchen mit ihm gemeinsam eine Kompromiß zu finden. Es wird eine Lösung angestrebt, die für beide Seiten, realisierbar und zufriedendstellend ist.
Ich frage mich, warum wir in Bereich der Prostitution nicht eben so sachlich und wertneutral denken und handeln (Professionalität) können.Stattdessen bewegen wir uns im Rahmen von moralischen Dünkeln und innerhalb von selbstgeschaffennen Rahmenbedingungen, die uns immer wieder abspalten von Kern der Sache. Das hat auf beiden Seiten (Prostituionsbefürworter und Prostitutionsgegner) fast schizophrene Züge. Ich denke, z. B. der Katholizimus, hat maßgeblich die Grundlagen der Abspaltung zwischen Geist und Körper gelegt. Die körperliche Berührung erfährt eine Zäsur, sobald es unter die Gürtellinie geht, als wäre die Sexualität etwas Schmuddeliges.
Verfolgung durch Inquisition, Selbstkasteiungen und eine Erlösungsgedanken der die Freiheit darin sieht:Das "Himmelreich" nach Ablegung des Körperlichen ins vollkommen Bessere aufzusteigen. Nein, wir haben nur dieses tatsächliche Leben, Jetzt und Hier! Gegen jede Perversion der beschriebenen Unarten werden wir das ganzheitliche Anstreben, in dem wir miteinander in jeden Bereich ganz natürlich miteinander umgehen.
Ich gebe was, ich kriege was!
Die Prostitution ist nicht als etwas Besonderes heraus zustellen, sondern gefühlt und denkerisch ein zu ordnen ins allgemeinen Lebens.
Im besten Fall hat der Handwerker seine Fähigkeit und Talent gemäß eine 3 bis 4 jährige Ausbildung absolviert um das Rüstzeug für seine freiwillige Berufswahl zu erwerben. Zu erst einmal wird er die Sicherheitsbestimmung zu verinnertlich haben, dazu zählt eine Sicherheitskleidung, Umgang mit Handswerkzeugen und Maschinen und berufsspezifischen Materialen. Er wird lernen, kundenorientiert zu arbeiten, seinen persönlichen Geschmack unter zu ordnen. Er wird auch lernen Unmögliches im Rahmen seines erworbenen Wissen abzulehnen und den Kunden darüber aufzuklären, warum dessen persönliche Wunsch nicht umsetzbar ist und versuchen mit ihm gemeinsam eine Kompromiß zu finden. Es wird eine Lösung angestrebt, die für beide Seiten, realisierbar und zufriedendstellend ist.
Ich frage mich, warum wir in Bereich der Prostitution nicht eben so sachlich und wertneutral denken und handeln (Professionalität) können.Stattdessen bewegen wir uns im Rahmen von moralischen Dünkeln und innerhalb von selbstgeschaffennen Rahmenbedingungen, die uns immer wieder abspalten von Kern der Sache. Das hat auf beiden Seiten (Prostituionsbefürworter und Prostitutionsgegner) fast schizophrene Züge. Ich denke, z. B. der Katholizimus, hat maßgeblich die Grundlagen der Abspaltung zwischen Geist und Körper gelegt. Die körperliche Berührung erfährt eine Zäsur, sobald es unter die Gürtellinie geht, als wäre die Sexualität etwas Schmuddeliges.
Verfolgung durch Inquisition, Selbstkasteiungen und eine Erlösungsgedanken der die Freiheit darin sieht:Das "Himmelreich" nach Ablegung des Körperlichen ins vollkommen Bessere aufzusteigen. Nein, wir haben nur dieses tatsächliche Leben, Jetzt und Hier! Gegen jede Perversion der beschriebenen Unarten werden wir das ganzheitliche Anstreben, in dem wir miteinander in jeden Bereich ganz natürlich miteinander umgehen.
Ich gebe was, ich kriege was!
Die Prostitution ist nicht als etwas Besonderes heraus zustellen, sondern gefühlt und denkerisch ein zu ordnen ins allgemeinen Lebens.
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fraences
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@Arum
Dieses hochkochen der Emotionen hat eine unrühmliche Tradition. Der Aspekt :"Huren seinen alle Zwangsprostitutierte" soll den Kunden abschrecken. "Die armen Frauen". Hier wird eine große Bevölkerungsgruppe (Prostitutionsgewerbe) ganz bewusst stigmatisiert, kriminalisiert, um Kontrolle darüber zu gewinnen.
Es wird ein schlechtes Gewissen konstruiert, um auf der andere Seite ein erhabenes (Gutmenschgefühl) abzuleiten. Der kalte Hauch des rein akademischen, also die Abstraktion des natürlichen Lebens, gestattet es einigen wenigen (10% der Menschen) Kapital daraus zuschlagen.
Das den Sexarbeitern, ihre Existenzgrundlagen entzogen werden sollen durch puritanisch, erscheinende Maßnahmen (Freierbestrafung und 90% seien Zwangsprostituierte), hat eine lange Tradition und wird immer wieder benutzt, wenn es darum geht, die Prostitution zu verbieten oder reglementierén. Dem werden wir standhalten. Denn auch wir haben eine Tradition, die sich allerdings aus natürlichem Bedürfnissen ableitet. Wir sind es, die eine Abstraktion wieder in die Wirklichkeit zurück führen und damit lebbar machen.
Dieses hochkochen der Emotionen hat eine unrühmliche Tradition. Der Aspekt :"Huren seinen alle Zwangsprostitutierte" soll den Kunden abschrecken. "Die armen Frauen". Hier wird eine große Bevölkerungsgruppe (Prostitutionsgewerbe) ganz bewusst stigmatisiert, kriminalisiert, um Kontrolle darüber zu gewinnen.
Es wird ein schlechtes Gewissen konstruiert, um auf der andere Seite ein erhabenes (Gutmenschgefühl) abzuleiten. Der kalte Hauch des rein akademischen, also die Abstraktion des natürlichen Lebens, gestattet es einigen wenigen (10% der Menschen) Kapital daraus zuschlagen.
Das den Sexarbeitern, ihre Existenzgrundlagen entzogen werden sollen durch puritanisch, erscheinende Maßnahmen (Freierbestrafung und 90% seien Zwangsprostituierte), hat eine lange Tradition und wird immer wieder benutzt, wenn es darum geht, die Prostitution zu verbieten oder reglementierén. Dem werden wir standhalten. Denn auch wir haben eine Tradition, die sich allerdings aus natürlichem Bedürfnissen ableitet. Wir sind es, die eine Abstraktion wieder in die Wirklichkeit zurück führen und damit lebbar machen.
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Doris67
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Professionalität, auch, und am besten zuerst, in den Köpfen derer die den Beruf ausüben, setzt voraus, daß der Beruf anerkannt und gleichgestellt ist. Ist Sexarbeit aber bisher bei weitem nicht, de facto auch nicht in Deutschland. Da müssen unsere politischen Kämpfe ansetzen. Und bis Erreichen dieses Zieles ist es sehr ungeschickt und kontraproduktiv, dem Gegner Munition zu liefern, wie es die oben zitierte Sexarbeiterin tut, sei es unfreiwillig. Vor allem wenn man mit dem Rücken zur Wand kämpft wie wir Sexarbeiter/-innen. In einer solchen Kampfsituation sind eben nicht immer alle Wahrheiten öffentlichkeitstauglich.
Das zu verstehen und danach zu handeln ist übrigens auch eine Professionalität, die man politische Medienkompetenz nennen kann, und die wir Sexarbeiter/-innen uns schnellstens aneignen sollten.
Das zu verstehen und danach zu handeln ist übrigens auch eine Professionalität, die man politische Medienkompetenz nennen kann, und die wir Sexarbeiter/-innen uns schnellstens aneignen sollten.
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fraences
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Dito, aber nicht übertreiben. Wir sollten fundamental sichtbar werden, ohne uns zu verbiegen.
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Doris67
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Fraences:
Klar, kein Verbiegen, Lügen habe eh nur kurze Beine. Es geht mir aber um das _Öffentlich_machen, und um Öffentlichkeits_wirkung_. Wir führen einen asymmetrichen Kampf, David gegen Goliath, da kann jeder Fehler unsererseits der Goliath hilft tödlich sein. Deshalb ist für uns extrem wichtig, sogar überlebenswichtig, zu wissen, was wir öffentlich machen können/sollten und was nicht.
Genau deshalb ist es übrigens auch unabdingbar, in Sexarbeiterorganisationen eine präzise definierte Kommunikationspolitik zu haben und umzusetzen, und Mediensprecher/-innen die diese Komunikationspolitik konsequent anwenden. Und daß diese als einzige Mitglieder der Organisationen mit den Medien sprechen. Zielführende Kommunikation zu beherrschen ist für Davids überlebenswichtig gegenüber Goliaths. Querschüsse können da schnell tödlich sein.
Klar, kein Verbiegen, Lügen habe eh nur kurze Beine. Es geht mir aber um das _Öffentlich_machen, und um Öffentlichkeits_wirkung_. Wir führen einen asymmetrichen Kampf, David gegen Goliath, da kann jeder Fehler unsererseits der Goliath hilft tödlich sein. Deshalb ist für uns extrem wichtig, sogar überlebenswichtig, zu wissen, was wir öffentlich machen können/sollten und was nicht.
Genau deshalb ist es übrigens auch unabdingbar, in Sexarbeiterorganisationen eine präzise definierte Kommunikationspolitik zu haben und umzusetzen, und Mediensprecher/-innen die diese Komunikationspolitik konsequent anwenden. Und daß diese als einzige Mitglieder der Organisationen mit den Medien sprechen. Zielführende Kommunikation zu beherrschen ist für Davids überlebenswichtig gegenüber Goliaths. Querschüsse können da schnell tödlich sein.
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fraences
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David hatte Fantasie, er schleuderte den Riesen seine Wahrheit entgegen, bar jeder taktische Erwägung. Er nahm seinen ureigensten, unverrückbaren Standpunkt ein. Er kam aus dem Herzen. Aber ich weiß, was du meinst, liebe Doris, in diesen Zeiten sollten wir in der Tat diesen festen Standpunkt erstmal einmal erarbeiten, als Grundlage unseres gemeinsamem Kampfes.
Aber bitte ohne Vollkommenheitsgedanken. Kleine Fehler in der allgemeine Sichtbarwerdung unsererseits machen uns nur authentischer.
Einseitig akademisierte Darstellung von Sexarbeit würde eine Parallelwelt erschaffen in der nur Gespenster leben.
Über lassen wir die Ebene der Schläue den Lebensverächtern. Wer das Leben umfassend begreift, respektiert und es liebt, kommt ohne Hokus Pokus aus.
Aber bitte ohne Vollkommenheitsgedanken. Kleine Fehler in der allgemeine Sichtbarwerdung unsererseits machen uns nur authentischer.
Einseitig akademisierte Darstellung von Sexarbeit würde eine Parallelwelt erschaffen in der nur Gespenster leben.
Über lassen wir die Ebene der Schläue den Lebensverächtern. Wer das Leben umfassend begreift, respektiert und es liebt, kommt ohne Hokus Pokus aus.
Wer glaubt ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich.Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht. (Albert Schweitzer)
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Fakten und Infos über Prostitution
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Fakten und Infos über Prostitution
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annainga
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da stimme ich dir voll zu @Fraences.fraences hat geschrieben:Klar hört sich das hart an, was die schreibt und deillusionierend für Kunden. Aber dieses ständige über romantisieren der Sexarbeit,was in den letzten Jahren passiert ist, finde ich auch nicht richtig.
inzwischen gehört schon Mut dazu zu sagen "nein, es ist nicht mein Traumjob, ich mache diese Arbeit, weil ich damit meinen Lebensunterhalt verdienen kann".
Ich werde mich sicher nicht dazu drängen lassen, Sexarbeit als Traumjob zu bewerten, nur weils politisch gut sein könnte, was ich noch nicht einmal so sehe.
authentisch sein ist mir wichtiger und es gibt eine große Spannbreite zwischen Traumberuf und Tätigkeit, die einem schadet.
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fraences
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Danke, annainga
Genauso macht es mich mittlerweile wütend, das immer wieder übermäßig betont werden muss.Ich bin eine freiwillige Prostitutierte.
Ich ertappe mich selbst dabei, das schon so zu betonen. Das habe ich früher nicht gemacht. Da haben uns die Prostitutionsgegner aufgezwungen. Aus diese Ecke will ich raus.
Man sagt auch nicht: ich bin freiwilliger Fachverkäuferin, freiwillige Anwältin, freiwillige Journalistin etc.
Weil der Begriff: Zwangsprostituierte in den Köpfen ist, wird einen überall und immer häufiger die Frage gestellt.
"Machen sie das freiwillig?"
Macht ihnen den Job immer Spaß?
Genauso macht es mich mittlerweile wütend, das immer wieder übermäßig betont werden muss.Ich bin eine freiwillige Prostitutierte.
Ich ertappe mich selbst dabei, das schon so zu betonen. Das habe ich früher nicht gemacht. Da haben uns die Prostitutionsgegner aufgezwungen. Aus diese Ecke will ich raus.
Man sagt auch nicht: ich bin freiwilliger Fachverkäuferin, freiwillige Anwältin, freiwillige Journalistin etc.
Weil der Begriff: Zwangsprostituierte in den Köpfen ist, wird einen überall und immer häufiger die Frage gestellt.
"Machen sie das freiwillig?"
Macht ihnen den Job immer Spaß?
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Jupiter
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RE: Eine die mal Tacheles redet
genauso fragt doch niemand, ob ich bei einem Job "Zwangsarbeiter" bin. jeder macht eine Tätigkeit, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Da fragt niemand nach der Freiwilligkeit.
Ich mache einen Job, den ich mir gewählt habe! Und dass sollte doch wohl auch für eine SW gelten.
Gruß Jupiter
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Wenn du fühlst, dass in deinem Herzen etwas fehlt, dann kannst du, auch wenn du im Luxus lebst, nicht glücklich sein.
(Tenzin Gyatso, 14. Dalai Lama)
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Fragender
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Nach meiner Einschätzung müsste die Frage eher lauten, ob überhaupt besonders viele Menschen überwiegend Spaß an ihrer Arbeit haben. Ich glaube nämlich nicht, dass sich besonders viele Menschen wirklich gerne für einen Großteil ihres Lebens vorschreiben lassen, wo sie sich in dieser Zeit aufzuhalten haben und womit sie sich in dieser Zeit zu beschäftigen haben, quasi wie im Gefängnis mit nächtlichem Freigang.fraences hat geschrieben: Macht ihnen den Job immer Spaß?
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Arum
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Ja, würde man es generell verbieten, irgendeiner Arbeit nachzugehen, an der man kaum oder gar keinen Spass hat, da frage ich mich, wie viele Beamte es überhaupt noch geben würde, ausser die der Polizei natürlich...Fragender hat geschrieben:
Nach meiner Einschätzung müsste die Frage eher lauten, ob überhaupt besonders viele Menschen überwiegend Spaß an ihrer Arbeit haben.
Guten Abend, schöne Unbekannte!
Joachim Ringelnatz
Joachim Ringelnatz
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Kasharius
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Jupiter
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RE: Eine die mal Tacheles redet
@Kasharius: vom Sozialarbeiter kannst du nur zum Zwangsarbeiter aufsteigen.
Gruß Jupiter
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(Tenzin Gyatso, 14. Dalai Lama)
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JustMy2cent
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Hmmmh...Der Vergleich zwischen Zwangsprostituierte und einem Zwangsarbeiter oder Zwangsanwalt der hier beschrieben wurde ist wie der Vergleich von Äpfeln und Birnen.
Eine Zwangsprostituierte muss Praktiken nachgehen die nicht nur äusserst gesundheitsgefährdend sind sondern sehr oft auch noch extrem widerlich und psychisch belastend.
Ich kenne keinen Normalberuf in dem man ohne Gummi ficken und blasen muss ,- oder zum Teil noch viel schlimmere Dinge.
Natürlich muss man in jedem normalen Job auch mal Dinge machen die einem nicht gefallen und oft ist man auch dort psychisch belastet. Aber das mit der Arbeit einer (Zwangs)Prostituierten zu vergleichen find ich ein bisschen merkwürdig .
Oder vielleicht denke nur ich ein bisschen merkwürdig. Wer weiss...
Eine Zwangsprostituierte muss Praktiken nachgehen die nicht nur äusserst gesundheitsgefährdend sind sondern sehr oft auch noch extrem widerlich und psychisch belastend.
Ich kenne keinen Normalberuf in dem man ohne Gummi ficken und blasen muss ,- oder zum Teil noch viel schlimmere Dinge.
Natürlich muss man in jedem normalen Job auch mal Dinge machen die einem nicht gefallen und oft ist man auch dort psychisch belastet. Aber das mit der Arbeit einer (Zwangs)Prostituierten zu vergleichen find ich ein bisschen merkwürdig .
Oder vielleicht denke nur ich ein bisschen merkwürdig. Wer weiss...
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Melanie_NRW
- PlatinStern

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