IMK fordert schärfere Kontrolle der Prostitution in DE

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Aoife
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Re: RE: IMK fordert schärfere Kontrolle der Prostitution in

Beitrag von Aoife »

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carmen_berlin hat geschrieben:Es ist also an sich nicht bescheuert, dass Sexarbeit reguliert werden soll, sondern nur wie sie reguliert werden soll, ist dumm, weil nicht hilfreich.
Hier müssen wir IMHO ganz klar zwischen Sexarbeit und Organisation der Sexarbeit trennen.

Eine die positiven Entwicklungen der Organisation der Arbeit stärkende Regulierung wäre sicherlich nicht dumm. Hiergegen spricht aus meiner Sichtweise nur die Sicherheit, dass die deutsche Politik das allenfalls als "Geschenkverpackung" behaupten, aber inhaltlich nicht tun wird. Die Ausbeutung in soliden Jobs ist ja auch direkte Folge einer Ideologie, die den Bürger als Arbeitssklaven des Kapitals sieht, und eine "Normalisierung" der Sexarbeit in diesem Sinne brauchen wir nicht. Also wie schon oben erwähnt mangelndes Vertrauen in Politiker.

Aber dass die IMK nicht über mögliche Veränderungen am Gewerberecht vorgeht, sondern eine Reform des ProstG fordert, beweist, dass es gar nicht um eine Verbesserung der Arbeitsbedingen geht, sondern um einen Versuch die Sexarbeit selbst zu regulieren.

Und Sexarbeit selbst, also die eigentliche Leistungserbringung, ist prinzipiell nicht regulierbar. Selbst wenn es unter Inkaufnahme schwerer Menschenrechtsverletzungen wie in Schweden, den USA, China &c. möglich ist, regulierende Gesetze zu erlassen, in der Realität entzieht sich die Sexualität der Menschen der staatlichen Regulationswut - "Regulierung der Sexarbeit" ist eine Mogelpackung, die praktisch nichts anderes bedeutet als "Kriminalisierung der Beteiligten", gleichgültig, ob jetzt Abieter- oder Kundenseite, oder beides, oder auch nur bestimmter Aspekte wie beispielsweise Ohne-Service.

Offensichtlich wollen die deutschen Innenminister das. Über die Motive können wir nur spekulieren, ob sie jetzt ihre Untergebenen zufriedenstellen wollen, indem sie ihnen neue Einnahmequellen aus Bestechungsgeldern eröffnen, ob sie selbst (ev. über Strohmänner) im Geschäft sind und lästige Konkurrenz ausschalten wollen, ob sie sich davon nach ihrem Tod einen besseren Platz bei ihrem Gott versprechen, oder ob sie es ohne tiefergehende religiöse Überzeugungen einfach genießen, sich als so hochmoralisch darzustellen oder auch wirklich zu fühlen, in allen denkbaren Szenarien versucht man für einen persönlichen Vorteil andere, nämlich uns, zu Opfern zu machen. Also durchweg "niedere Beweggründe" bei an sich bedauernswerten Menschen, die anscheinend über zu wenige innere Ressourcen verfügen, um sich gut, wichtig und erfolgreich zu fühlen ohne andere zu schädigen.

Liebe Grüße, Aoife
It's not those who inflict the most, but those who endure the most, who will conquer. MP.Vol.Bobby Sands
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