Hanna H. hat geschrieben:ich weiß ja nicht wies dir geht, aber manchmal träum ich schon von einer starken Schulter zum Anlehnen. Der kann dann durchaus ein wenig macho sein. Also für so eine Beziehung würde ich mindestens Kompromisse eingehen. zumindestbis zur ersten heftigen Enttäuschung, die vielleicht noch vor mir liegt
Hierbei muß ich dir schon zustimmen. Auch ich genieße die starke Schulter zum Anlehnen. Und bis zu einem gewissen Grad Macho sein ist auch durchaus erwünscht.
Ich glaube, viele Frauen genießen bis zu einem gewissen Grad diese Eigenschaften an einem Mann, Emanzipation hin oder her.
Auf meine bisherigen Beziehungen zurückblickend muß ich allerdings feststellen, daß ich damit immer auf die Nase geflogen bin.
Nach der ersten, zweiten ernsthaft geführten Beziehung, in welcher man sich vorsichtig in seine Rolle einfühlt, die Beziehung aber dann doch aus unterschiedlichsten Gründen scheitert, bin ich meinen Weg eigenständig und mit viel Rückgrat gegangen.
Neue Beziehung, totale Hingabe in das Rollendenken, versagen der Beziehung auf ganzer Strecke.
Warum? Lag es an dem Mann, an meiner Hingabe, gar "Selbstaufgabe", war ich zu dem Zeitpunkt bereits viel zu eigenständig, um mich in die klassische Rollenverteilung einzufügenf?
Nun, Gründe ließen sich bestimmt viele finden.
Ich habe eine gute Freundin, mit der ich mich manchmal über diese Thema unterhalte.
Ihre "Rahmenbedingungen" paßen exakt auf die meinen: alleinerziehend, ohne Mann an der Seite, bürgerlicher Job, diverseste Probleme in der Alltagsbewältigung.
Im Gegensatz zu mir wünscht sie sich eine neue Beziehung, ich selber gehe jeder Beziehung bereits im Vorfeld aus dem Weg.
Wir beide sind der Meinung, daß es sehr schwer ist, einen Mann zu finden, der es mit einer Frau aushält, die seit Jahren ihren eigenen Weg geht, selbst ihren "Mann" steht. Noch dazu einen vertrauensvollen Mann.
Was wäre, wenn auch diese Beziehung nicht funktioniert? Dann geht wieder alles den Bach runter, man fängt wieder unten, von vorne an...
Nun, ich weiche vom Thema ab, sorry.
Schussendlich bleibt die Erkenntnis, daß die so langjährig hochgepriesene Emanzipation auch ihre Schattenseiten hat.
Klar bin ich froh, daß die Frauen heute keine namenlosen Wesen aus grauer Vorzeit mehr sind, aber irgendwo ist der Wurm drin, irgendetwas ist auf dem Weg dahin nicht richtig gelaufen...
mit lieben Grüßen von leonie



