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BeitragVerfasst: 2017-10-15, 19:24  Beitrag #61/72     Titel:  RE: Umsetzung Prostituiertenschutzgesetz  Nach untenNach oben

Dies ist der Gesetzentwurf zum Ausführungsgesetz in Baden-Württemberg

http://www.landtag-bw.de/files/live....sachen/2000/16_2743_D.pdf

Ich vermute, dass vor allem die Regelungen zur Übertragung der Zuständigkeiten auf die unteren Behördenebenen und die Rolle der Polizei interessant sind.

Bemerkenswert sind die Stellungnahmen von ver.di und des Landesfrauenrates - und die Antwort der Landesregierung darauf - Seite 25.


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Verfasst: 2017-10-15, 19:24  Beitrag #     Titel:  Nach untenNach oben

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BeitragVerfasst: 2017-10-16, 08:26  Beitrag #62/72     Titel:  RE: Umsetzung Prostituiertenschutzgesetz  Nach untenNach oben

Damit wird vorraussichtlich in BW nicht eine abweichende Länderregelung mit der Beschränkung der Anmeldung auf das Bundesland B-W eingeführt. (Seite 27)

Gruß Jupiter


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BeitragVerfasst: 2017-10-16, 11:52  Beitrag #63/72     Titel:  RE: Umsetzung Prostituiertenschutzgesetz  Nach untenNach oben

Prostituiertenschutzgesetz in Stuttgart
Im November müssen sich alle Prostituierten anmelden

Von Mathias Bury

Von November an sollen Städte und Landkreise nun das schon seit dem 1. Juli geltende Prostituiertenschutzgesetz umsetzen. Die Kritik daran ist aber noch nicht verstummt.

Das erste innovative Geschäftsmodell ist durch das neue Prostituiertenschutzgesetz schon entstanden, bevor dessen Umsetzung überhaupt begonnen hat. Rotlicht-Akademie heißt die Firma des Ulmer Eventmanagers Christoph Rohr. „Ein bürokratisches Monster“, nennt der Berater das Gesetz, das seit 1. Juli gilt und nun, mit vier Monaten Verspätung, vom 1. November an in Städten und Landkreisen umgesetzt werden soll. Rohr ist überzeugt: Die meisten Bordellbetreiber, die sich künftig einer Zuverlässigkeitsprüfung unterziehen müssen, steigen nicht durch die Paragrafen, drum bietet er ihnen Seminare an. Und weil bis Ende des Jahres alle Prostituierten der neuen Anmeldepflicht nachkommen müssen und dafür eine Meldeadresse brauchen – etwa 80 Prozent der Frauen, die hauptsächlich aus Osteuropa stammen, haben aber keine –, bietet Christoph Rohr ihnen einen „Post- und Scanservice“. Der Chef der Firma Extra Vaganca sagt mit Blick auf den Umsetzungsstart: „Der Zeitdruck ist das Schwierigste.“

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Seit dem 1. Juli, als das Land die Sache vorübergehend in die Hand nahm, weil es selbst noch kein Ausführungsgesetz vorweisen konnte, ist wenig passiert. „90 Personen haben ihre Tätigkeit als Prostituierte angemeldet“, sagt ein Sprecher des Landessozialministeriums. Das ist nicht viel bei geschätzten 26 000 Dirnen im Land.

Bis jetzt ist nicht viel gelaufen

Von derzeit „unhaltbaren Zuständen“ spricht ein Bordellbetreiber, der ungenannt bleiben will. Wegen eingestandenen Personalmangels beim Land sei es überaus schwierig gewesen, die rund 30 Frauen in seinem Betrieb anzumelden. Bis jetzt sei ihm dies nur teilweise gelungen, klagt er. „Und uns Betreiber hat man mit unseren Anträgen nur immer vertröstet.“ Im Oktober gebe es keine Termine mehr. Das sei für neu ankommende Prostituierte, die sich sofort anmelden müssen, ein „Berufsverbot“, ärgert sich der Bordellbetreiber. „Man hat sich bis jetzt nicht gesetzeskonform verhalten können.“ Weil die Frauen, die meist kaum Deutsch sprechen, die Behördengänge nicht alleine erledigen könnten und das Informationsmaterial nur auf Deutsch vorliege, habe er ein Infoblatt in osteuropäische Sprachen übersetzen lassen.

Von November an soll nun alles besser werden, wenn Städte und Landkreise zuständig sind. „Was meinen Sie, was das für einen Run gibt“, schätzt der Bordellbetreiber. Beispiel Stuttgart: Rund 500 Prostituierte seien hier jeden Tag tätig, haben Zählungen der Polizei 2016 ergeben, im ganzen Jahr registrierte man rund 1400 Frauen, gut 750 davon neu erfasst.

„Nicht akzeptable Billigheimerlösung“

Wenn es kommt wie befürchtet, taucht die erste Schwierigkeit auf: Die Stadt wird das nötige Personal womöglich noch nicht haben, wegen des kurzen Vorlaufs. Und nach wie vor ist unklar, ob die vom Land vorgesehenen Gelder reichen. In der Verwaltung geht man davon aus, dass man sechs Stellen zusätzlich benötigt. „Wir haben immer noch keine sichere Planungsgrundlage“, sagt Martin Priwitzer vom Gesundheitsamt. Die für die verschiedenen Beratungen angesetzten Zeiten seien bei Weitem nicht ausreichend. Alexis von Komorowski, der Hauptgeschäftsführer des Landkreistags, hat unlängst von einer „nicht akzeptablen Billigheimerlösung“ gesprochen. Gerhard Mauch vom Städtetag nannte die Pläne „wirklichkeitsfremd“. An den kritisierten Kostensätzen des Kabinettsentwurfs für das Ausführungsgesetz hat das Land nichts mehr geändert. Der Stuttgarter Rat sieht sich so in der unbequemen Lage, dass er womöglich ein Konzept beschließt, das zwar dem Geist des neuen Gesetzes entspricht, für das er aber zuletzt wenigstens teilweise selbst zahlen muss. „Hanebüchen, was Bund und Land sich hier leisten“, sagt einer aus der Verwaltung.

An diesem Montag befasst sich der Sozialausschuss mit dem neuen Gesetz und mit den Umsetzungsplänen der Ämter.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/i....7a-9152-085f994150f3.html


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BeitragVerfasst: 2017-10-17, 07:50  Beitrag #64/72     Titel:  RE: Umsetzung Prostituiertenschutzgesetz  Nach untenNach oben

"Dies ist der Gesetzentwurf zum Ausführungsgesetz in Baden-Württemberg [ . . .] Bemerkenswert sind die Stellungnahmen von ver.di und des Landesfrauenrates - und die Antwort der Landesregierung darauf ."

Ja, die Landesregierung schützt SexworkerInnen vor weitergehenden Kontrollwünschen,
geäußert von ver.di und Landesfrauenrat! Irgendwie verkehrte Welt . . .

Wunschliste, die hiermit abgelehnt ist:
- Anmeldung nach dem ProstSchG bei der POLIZEI;
- weitere Einschränkung der Gültigkeit des "Hurenpasses" auf KREISEBENE;
- getrennte Zuständigkeiten der Anmeldung etc. für SW und Betreiber;
- neben "Ausstiegsberatungen" für SW auch entsprechende Angebote für "Freier".

Wie kommt's?

ver.di BaWü = Leni Breymeier ("Ich habe die Haltung, dass es Prostitution gar nicht geben darf")

Landesfrauenrat BaWü (2013): "Einen Menschen zum Konsumartikel zu degradieren, ist mit der Würde
des Menschen nicht vereinbar. Ein Freier tut genau dies. Prostitution ist nicht vereinbar mit der Würde des Menschen.
"
Quelle: http://www.lfrbw.de/2013/04/resolution/

Das Land BaWü hat, laut Quelle, 2011 mit einer Bundesratsinitiative den Prozess ProstSchG erst angestoßen.
Die Resolution des LFR BaWü scheint VOR der A.-Schwarzer-Kampagne verfasst worden zu sein.

"Unhaltbare Zustände" sind genau die Zielrichtung dieser Kreise;
je unhaltbarer, desto näher kommt frau dem gewünschten Prostitutionsverbot.


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BeitragVerfasst: 2017-10-20, 01:30  Beitrag #65/72     Titel:  RE: Umsetzung Prostituiertenschutzgesetz  Nach untenNach oben

Artikel zum aktuelen Stand der Umsetzung des Gesetzes:

https://www.buzzfeed.com/julianeloe....erm=.jrLJ12re7#.xiLKpB0JV


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BeitragVerfasst: 2017-10-22, 09:57  Beitrag #66/72     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Und all dieses Chaos war natürlich überhaupt nicht vorauszusehen... Bzw. es dürfte so beabsichtigt sein.


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BeitragVerfasst: 2017-10-29, 15:06  Beitrag #67/72     Titel:  Das neue Gesetz und mein Fazit bis dato  Nach untenNach oben

Das neue Gesetz und mein Fazit bis dato, gepostet am 21.10.2017 10:48

https://www.kaufmich.com/SonjaSchul....z_und_mein_Fazit_bis_dato

So ein fröhliches moin moin in die Runde allerseits,

willkommen in meinem Blog meine Lieben, also da wollen wir doch mal ..worum geht es ..tja, ich gebe ja offen zu das ich auch eine von den Damen war die am Anfang gleich eine negativ Einstellung zum neuen Gesetz hatte.

Dann hat man sich etwas belesen, informiert, ausgetauscht mit den Mädels und diskutiert und sich eigentlich dann doch die positiven Aspekte rausgefiltert und doch dem ganzen entspannt entgegen geblickt(für die steuerzahlende Fraktion ändert sich ja eh nix weiter)....BÄÄMM bis Dienstag in der vergangenen Woche ...was war also passiert..

Ich hatte mein "Beratungsgespräch" beim Amt zum Thema Gesundheit ect..dieses benötigen wir um den "Hurenpass" dann auch schlussendlich beantragen zu können bzw. ausgestellt zu bekommen.

Da ich an diesem Tag mit einer Freundin zum shoppen verabredet war und das Amt nicht weit vom Hbf entfernt ist ,wollte meine Freundin die nichts mit dem ganzen zutun hat, also in unserer Sprache "solide" ist mich begleiten..

Gesagt getan ..lustiger weise befindet sich die Beratungsstelle mitten zwischen Sozialamt, Kindergeldkasse und ich meine auch Ausländerbehörde oder zumindest kam ich mir so vor..

Also ab nach oben in den besagten Stock, an merkwürdigen Gestalten vorbei gehuscht die man nicht unbedingt im dunklen begegnen möchte oder sagen wir so nicht mal im hellen..
Oben angekommen am Empfang sehr nette Damen die wirklich bemüht sind ihren Job zu tun , Sozialarbeiterin die sich vermutlich in dem Thema auch erstmal reinfuchsen müssen.

Gut dann ging es in den Warteraum und da traf mich dann doch der Schlag er war gut gefüllt schätzungsweise so 20 Frauen, alles nicht deutsch sprachentechnisch schätze ich Bulgarisch/Rumänisch ect. plus ca. 8-9 Männer dabei plus den Dolmetscher..ich war erst einmal ja wie soll ich sagen geschockt denn man konnte das natürlich sehen das dass NICHT deren Brüder waren wenn ihr wisst was ich meine ..es war ein sehr unbehagliches Gefühl und ich war dann doch froh nicht lange warten zu müssen ..zu meiner Freundin sagte ich das sie doch besser unten wartet, sich nicht von der Stelle rührt und ja nicht ihr Handy rausholen soll..Leute die Gestalten dort waren echt nicht angenehm..

Das Gespräch an sich war lustig ,wenn ein Anfang 20jähriges Mädel einem was von einem früheren Bockschein erzählt wo sie vermutlich noch nicht mal an Sex gedacht hatte also man mekrte schon das doch viel auswendig gelernt worde..aber sie war sehr nett, da ich keine weiteren Fragen hatte bekam ich den "Ausweis" und war dann durch..

Dezent machte ich sie allerdings darauf aufmerksam auf die dortigen Herren im Wartezimmer , sie sagte ja das sie das dort wissen und seitdem die Stelle geöffnet hat ein alltägliches Bild wäre und das die deutschen Damen doch arg in der Minderheit sind ,aber natürlich mehr als nur in einem Gespräch aufklären können sie leider nicht machen, da diese Frauen natürlich nichts sagen werden. Sie meinte dann dass die Damen denken das alles so normal wie jetzt weiter läuft aber bei der ersten Steuererklärung sich vermutlich die Spreu vom Weizen trennen wird..

Also ja ich weis gar nicht wie ich dem ganzen gegenüber stehe es hat mich doch etwas deprimiert, ich denke es wird sich im Endeffekt nicht wirklich viel ändern , ich meine toll das sich die Damen anmelden klar gut für den Staat und ich kenne auch viele sehr ,sehr nette Mädels aus den Ostblockländern die arbeiten allerdings alleine und sind eh schon lange hier und auch angemeldet..aber das was da saß sorry das war erschreckend.Genau sowas braucht kein Mensch und sollte Mann auch nicht unterstützen, das eine Mädel hatte keine bzw nur schwarze ,vergammelte Zähne im Mund..wer geht denn da bitte freiwillig hin vermutlich die AO Fraktion doch nur( ja ich weis ich Mutmaße nur..

Nun ja meine Freundin saß dort unten brav und wartete auf mich, sie schläft auch nicht aufm Baum , und meinte nur das dass echt sehr unbehaglich für sie war und das dass doch nicht die Zukunft sein sein bzw der Sinn des Gesetzes..ich sagte nur zu ihr das ist die Realität , nicht jede Prosti lebt im Glamour und Luxus nein das was da an Mädels saß ist der Hauptteil ..Armustprostitution unter Zwang.

ach, ich könnte ewig so weiter schreiben aber ich wollte euch noch was übrig lassen ,grins..

Ich denke eh schneller als das ich schreiben kann ..KM wie wäre es mir einer Spachfunktion haha..

Also ich wollte euch nur mal daran teilhaben lassen , egal was noch weiter passiert ändern kann man ja eh nix mehr nun heißt es abwarten im nächsten Jahr und sehen was passiert.

Bis dahin ein schickes Wochenende , den Mädels wünsche ich fette Beute lach und an die Herren keine dicken Eier..hehe

Ahoi eure Sunny


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BeitragVerfasst: 2017-10-29, 22:00  Beitrag #68/72     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Habt ihr bei Kaufmich noch mehr solche sozialdarwinistische, rassistische und hurenfeindliche Propaganda auf Lager? Ich geh mich gleich endgültig von eurer Drecksseite verabschieden. Geht mal euer eigenes Geld verdienen.


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BeitragVerfasst: 2017-10-30, 11:43  Beitrag #69/72     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

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Doris67 hat folgendes geschrieben:
Habt ihr bei Kaufmich noch mehr solche sozialdarwinistische, rassistische und hurenfeindliche Propaganda auf Lager? Ich geh mich gleich endgültig von eurer Drecksseite verabschieden.


Als einer von "denen bei Kaufmich" antworte ich mal darauf.

Doris, was Dich an Sunnys Bericht stört, kann ich mir vorstellen. Die konkreten Vorwürfe finde ich aber im Text
Deiner Kollegin nicht bestätigt, und auch nicht in der Diskussion dazu bei KM.

Du sprichst von Hurenfeindlichkeit, also geht es Dir um Solidarität mit den osteuropäischen Kolleginnen,
von denen Sunny berichtet. Leider hat das, was Du darauf äußerst, auch ein hohes Potential zur Spaltung.
Nicht entlang nationaler/ethnischer Linien, sondern nach richtig/falsch hinsichtlich der Ausdrucksweise,
bzw. politischen Korrektheit. Hilft das denen, über die Sunny gesprochen hat?
Auf KM berichtet mindestens eine weitere Kollegin von ähnlichen Erlebnissen auf dem Amt. Ich glaube nicht,
das hier gelogen wird, sondern etwas angesprochen, mit dem wir uns ernsthaft auseinandersetzen sollten.

Bei mir um die Ecke sind zwei Wohnungsbordelle, betrieben von bulgarischen Zigeunern. Ich sage bewusst nicht:
Sinti und Roma. Das ist Neusprech und schließt außer den zwei größten alle Sippenverbände dieser Ethnie aus, deren Selbstbezeichnung Zigan ist.
Unter meinem Balkon ist eine kleine Grünanlage, da hält sich die Community gerne mal auf. Ich bekam also schon einiges mit.
Nur im Allgemeinen, versteht sich, und ob diese Kolleginnen freiwillig arbeiten, kann ich nicht sagen.
Sagen kann ich nur, dass unter diesen Menschen Verhaltensmuster am Start sind, die ich und Du
gruselig finden. Hierarchisch und patriarchal vom feinsten!

Einmal waren alle Autos mit bulgarischem Kennzeichen in den drei Straßen unseres Blocks plattgestochen (ca. ein Dutzend).
Ich fragte drei Herren beim Reifenwechsel, ob die Polizei schon da war - kein Interesse! Ich bin mal so frei,
das als Indiz für Bandenstrukturen zu nehmen.

Freiwilligkeit, innerhalb einer hierarchischen Traditionsordnung (oder einer darauf gründenden Bandenstruktur)
ist etwas anderes als die Freiwilligkeit, an die wir Westeuropäer uns gewöhnt haben. Wir würden das wohl als Zwang empfinden.
Ob wir berechtigt sind, "Zwang" über die Köpfe der Betroffenen hinweg zu definieren, das würde ich eher verneinen.
Ich finde aber, dass kritikfreie Solidarisierung keine Solidarität mit den Menschen bedeutet,
die einer solchen Ethnie angehören.
Die haben sich das nicht ausgesucht, und auch im Lebensverlauf eingeschränkte Wahlmöglichkeiten.
Wer das ausblendet, hilft dabei, individuelle Emanzipation dauerhaft zu verhindern - was traditionell-patriarchale
Gesellschaften immer anstreben, da es ihre Existenzversicherung ist!

Sunnys eigentliches Anliegen war es, zu schildern, wie grandios das ProstSchG den behaupteten Schutzzweck verfehlt.
Das ging an Dir vorbei, Doris.

Schade! Weil wir uns hier, wie bei Kaufmich, doch immer sicher waren, dass es so kommen wird . . .

P.S.: Der thread "Zuhälterunwesen" ist einer der umfangreichsten diese Forums:
http://www.sexworker.at/phpBB2/view....torder=asc&start=1060
und das nicht ohne Grund. Ich kann Sunny nur zustimmen: Mann sollte es vermeiden, dergleichen zu unterstützen.


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BeitragVerfasst: 2017-11-04, 00:51  Beitrag #70/72     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

          Image
Boris Büche hat folgendes geschrieben:
          ImageSunnys eigentliches Anliegen war es, zu schildern, wie grandios das ProstSchG den behaupteten Schutzzweck verfehlt.
Das ging an Dir vorbei, Doris.


Das ging in an mir durchaus _nicht_ vorbei, du darfst mir zutrauen, daß ich lesen und verstehen kann.

Aber zu solcher Kritik braucht es weder Standes/Klassendünkel unter Kolleginnen noch Ausländerfeindlichkeit/Rassismus, und auch keinen überheblichen/arroganten Tonfall. Sunnys Text stinkt von alledem zum Himmel.

Und was Kaufmich angeht: das ist und bleibt das exakte Gegenteil dessen, was Sexarbeiter/innen brauchen, nämlich ein ausbeuterischer Zuhälterladen (andere Seiten auch, ja, aber das macht's nicht besser). Ich war lange genug da, um zu wissen was ich sage (und bin jetzt endgültig da weg). Huren brauchen keine "Betreiber" oder Bosse, und auch keine "Reglementierung" (die immer Einschränkung und Gängelung bedeutet), sondern Entfernung ihrer Arbeit aus dem Strafgesetzbuch, gleiche Rechte und berufliche Unabhängigkeit. Und das ist in der internationalen Hurenbewegung seit vielen Jahren schon _nicht_ verhandelbar.


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BeitragVerfasst: 2017-11-09, 15:30  Beitrag #71/72     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Noch mal was anderes:

Anfrage und Antwort zur Umsetzung des Gesetzes in Berlin

http://pardok.parlament-berlin.de/s....18/SchrAnfr/S18-12471.pdf

Kasharius grüßt


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BeitragVerfasst: 2017-11-09, 16:01  Beitrag #72/72     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Und hier noch ein sehr lesenswerter Artikel

https://www.prenzlauerberg-nachrich....-eben-illegal-anschaffen/

Kasharius grüßt


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