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 Ursa Minor
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BeitragVerfasst: 2017-07-12, 17:35  Beitrag #141/149     Titel:  RE: Umsetzung des deutschen ProstSchG: Erfahrungen  Nach untenNach oben

@ Lady Tanja, fraences, Kasharius, Lucille

Danke für eure Inputs 006.gif
Habe wohl auch etwas durcheinander gebracht und die Gesetze und Reglementierungen sind nicht so mein Ding. 017.gif
Zudem ist es auch noch in jedem Land etwas anders.
Dank eurer Infos kann ich mir das mal anschauen und verstehen.

Danke und Grüsse


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Verfasst: 2017-07-12, 17:35  Beitrag #     Titel:  Nach untenNach oben

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BeitragVerfasst: 2017-07-13, 10:14  Beitrag #142/149     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

@ Ursa Minor

gern geschehen. Jaa Gesetze und Verordnungen sind auch nicht so mein Ding..... 002.gif

Kasharius grüßt


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BeitragVerfasst: 2017-07-13, 15:34  Beitrag #143/149     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Ich weiß nicht, ob dieses Papier hier schon eingestellt wurde.

Deshalb verlinke ich es vorsichtshalber noch mal:

http://www.sexworkeurope.org/sites/....n%20Act_May2017_DE_02.pdf

Falls doch entschuldigt bitte meine Transusigkeit...

In jedem Fall aber sehr lesenswert...

Kasharius grüßt


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 Ursa Minor
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BeitragVerfasst: 2017-07-14, 09:53  Beitrag #144/149     Titel:  RE: Umsetzung des deutschen ProstSchG: Erfahrungen  Nach untenNach oben

Danke Kasharius,

ja, wirklich sehr lesenswert...

Fand schon zu früherer Zeit die Bestimmung, nicht in der Wirkungsstätte übernachten zu dürfen (inkl. Ausnahmeregelung) fragwürdig.
Und die vorgegebenen getrennten sanitären Anlagen.

Und die Kondompflicht (gute Anmerkung von fraences, warum nicht Kondompflicht für das ganze Volk, für alle im Privatleben) 001.gif

Statt die Bedingungen zu verbessern und die Selbstbestimmten zu stärken, die wirksame Unterstützung auszubauen, wird die SW mehr stigmatisiert und unterdrückt.

Ich wünsche euch allen viel Kraft und Nerven....


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BeitragVerfasst: 2017-07-25, 10:55  Beitrag #145/149     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Und hier ein lesesenswerter Kommentar aus dem Missy Magazin

https://missy-magazine.de/blog/2017....-rueckschritt-als-erfolg/

und ein gut gemachtes und charmantes Infovideo auf Youtupe

https://www.youtube.com/watch?v=jeMpbG7y4pE

Kasharius grüßt


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BeitragVerfasst: 2017-07-31, 15:10  Beitrag #146/149     Titel:  RE: Umsetzung des deutschen ProstSchG: Erfahrungen  Nach untenNach oben

Das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt hat einen Flyer erstellt, mit dem sie über die Organisation der Gesundheitsberatung gem. ProstSchG informieren.

Ich habe per e-Mail gefragt, wie ich einen Termin vereinbaren kann. Mir wurde umgehend in sehr freundlicher Weise geantwortet und ein Termin für den nächsten Tag, morgens angeboten.

Auf meine Frage, ob dann auch gewährleistet ist, dass ich mich innerhalb der 3-Monatsfrist gem. § 4 Abs. 3 ProstSchG anmelden könnte, wurde mir gesagt, für die Anmeldung seien die Modalitäten noch nicht geklärt.

Doña Carmen hatte auf diese Diskrepanz schon hingewiesen, offensichtlich zu Recht. Dem Gesundheitsamt musste ich sagen, dass ich die Klärung der Modalitäten abwarten möchte.


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BeitragVerfasst: 2017-08-01, 00:07  Beitrag #147/149     Titel:  (Kein Titel)  Nach untenNach oben

Und sie möchten glauben machen, dass ihre Gesundheitszwangsberatung angeblich auch länger, sogar 6 Monate, als die gesetzlich vorgegebenen 3-Monate-Frist bis zur Hurenpass-Anmeldung gültig wäre.
Sie mögen gerne ihren internen Dienstanweisungen glauben, ich tue es nicht .... auch wenn's nichts kosten soll.


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 fraences fraences setzt sich aktiv für die Rechte von SexarbeiterInnen ein
Admina
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BeitragVerfasst: 2017-08-01, 00:36  Beitrag #148/149     Titel:  RE: Umsetzung des deutschen ProstSchG: Erfahrungen  Nach untenNach oben

Neue Sitten

Seit 1. Juli müssen sich alle Prostituierten registrieren lassen – eigentlich. Doch die Umsetzung des Gesetzes stockt. Und das ist nicht das einzige Problem.

Von Alexander Tieg


An einem Schreibtisch hoch über der Stadt, in der elften Etage eines Gebäudes der Sozialbehörde in Barmbek, sitzt ein Mann, der sich um den käuflichen Sex in Hamburg kümmert. An der Wand lehnt ein gerahmtes Poster, das Geschenk einer Freundin zum Start seines Jobs vor einem halben Jahr. "40 Years of Struggling for the Rights of Sex Workers" steht auf dem Poster: 40 Jahre Kampf für die Rechte von Sexarbeitern. Gleichzeitig, und darin zeigen sich die Widersprüche seiner Arbeit, erklärt Fabio Casagrande Bordellbetreibern am Telefon, unter welchen Bedingungen sie ihren Betrieb weiterführen können. "Wir arbeiten intensiv daran, das neue Gesetz so umzusetzen, dass es bei allen auf möglichst hohe Akzeptanz stößt", sagt er.

Seit 1. Juli gilt das Prostituiertenschutzgesetz. Es regelt Rechte und Pflichten von Prostituierten und Bordellbetreibern neu. In Hamburg kümmert sich die Sozialbehörde um die Umsetzung, und im elften Stock bei Fabio Casagrande, Referent im Bereich Opferschutz, läuft alles zusammen. Etwa 5.200 Prostituierte sind in Hamburg vom neuen Gesetz betroffen, schätzt die Sozialbehörde. Dazu kommen die Betreiber von etwa 400 sogenannten Prostitutionsstätten wie Bordelle oder Saunaclubs.

Also rufen bei Fabio Casagrande seit Anfang des Monats Prostituierte an, die sich jetzt zum ersten Mal offiziell registrieren müssen. Inhaber von Bordellen wollen wissen, wie und wann sie eine Erlaubnis bekommen können. Und Behördenmitarbeiter und Kommunalbeamte aus ganz Deutschland fragen: Wie macht ihr das eigentlich in Hamburg?

Das "Gesetz zur Regulierung des Prostitutionsgewerbes sowie zum Schutz von in der Prostitution tätigen Personen", wie es offiziell heißt, ist am 1. Juli deutschlandweit in Kraft getreten. Die detailklärenden Rechtsverordnungen wurden jedoch erst im Juni beschlossen, deshalb verzögert sich die Umsetzung im ganzen Land. Erst müssen neue Stellen und Fachabteilungen geschaffen, Mitarbeiter geschult und Formblätter entworfen werden. Und das alles für ein Gesetz, das selbst von den Fachreferenten kritisiert wird.

In Hamburg soll die Umsetzung im Oktober richtig starten, bis dahin sollen die Strukturen geschaffen sein. Der Berliner Senat steht noch ganz am Anfang, auf Anfrage der Grünen teilte er mit, eine "Verordnung zur Umsetzung" des Gesetzes sei "in Bearbeitung".


Die Hamburger Sozialbehörde plant, dass sich alle Prostituierten ab Oktober zentral beim Bezirksamt Altona anmelden können. Dort sollen sie auch gesundheitlich beraten werden. "Wir wollen keinen Notbehelf und keine Übergangslösung", sagt Fabio Casagrande, "deswegen arbeiten wir seit mehr als einem halben Jahr daran, die Schwächen des Gesetzes im Rahmen unserer Möglichkeiten abzumildern und die Regelungen sinnvoll auszugestalten."

Warum gibt es dieses Gesetz überhaupt? Und warum ist es so umstritten?

Im Jahr 2002 wurde die Prostitution von der Sittenwidrigkeit befreit und als sozialversicherungspflichtige Dienstleistung anerkannt. Dieses erste Prostitutionsschutzgesetz sicherte Sexarbeiterinnen einen gerichtlichen Anspruch auf ihren Lohn zu. Dennoch führte es nicht dazu, dass sie vernünftige Arbeitsverträge bekamen und in die Sozialkassen einzahlten. Zwar konnten Zuhälter ihre Bordelle nun legal betreiben – aber die Arbeitsbedingungen wurden nicht wirklich überprüft.

Mit dem neuen Gesetz soll nun alles besser werden. Darin ist eine Kondompflicht verankert. Kunden, die sich widersetzen, droht eine Strafe von bis zu 50.000 Euro. Auch ist Werbung für ungeschützten Sex verboten. Zudem benötigen die Betreiber von Prostitutionsstätten künftig eine Erlaubnis. Die bekommt nur, wer in den vergangenen fünf Jahren nicht wegen eines Verbrechens verurteilt wurde; wer nachweisen kann, dass die neuen arbeits- und baurechtlichen Mindeststandards eingehalten werden; und wer ein ausführliches Betriebskonzept einreicht, in dem unter anderem glaubhaft dargelegt wird, dass keine Opfer von Menschenhandel beschäftigt werden.

Trotzdem gibt es Widerstand gegen das neue Gesetz, ein Frankfurter Verein für die Rechte von Prostituierten hat Verfassungsbeschwerde eingereicht. Denn das Gesetz verlangt auch, dass alle Personen, die Sex anbieten, sich künftig registrieren lassen und regelmäßig zu einer gesundheitlichen Beratung erscheinen müssen. Sie müssen einen Ausweis mit Foto mitführen, der sie als Prostituierte kenntlich macht. Und sie werden automatisch beim Finanzamt gemeldet.

"Der Grundgedanke des Gesetzes mag gut sein: Schutz vor Gewalt und Ausbeutung, vernünftige Hygienestandards und dass alle Gewerbe so reguliert werden sollen, dass die Frauen gute Arbeitsbedingungen haben", sagt Julia Buntenbach-Henke, Leiterin der Fachberatungsstelle Prostitution der Diakonie Hamburg. "Aber ein Prostituiertenausweis diskriminiert und stigmatisiert die Menschen." Ein verlorener Ausweis, selbst mit Alias-Namen, könne wegen des Passbilds schnell als Druckmittel eingesetzt werden. Zudem sei zur Registrierung eine deutsche Meldeadresse nötig. "Das führt dazu, dass Menschen, die sich illegal in Deutschland aufhalten und der Prostitution nachgehen, noch weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden", sagt Buntenbach-Henke.

Bereits jetzt werden Meldeadressen mitunter für bis zu 700 Euro verkauft. Und selbst wer eine Postanschrift hat, möchte womöglich aus Scham nicht als Prostituierte registriert werden. Doch nach einer Übergangsfrist bis zum Jahresende riskiert jeder, der dann keine Anmeldebescheinigung vorlegen kann, ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro. "Das neue Gesetz bedeutet für diejenigen, die sich nicht anmelden können oder wollen, eine Verschlechterung ihrer Situation und geringere Möglichkeiten, selbstbestimmt zu leben und zu arbeiten", sagt Buntenbach-Henke.

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Auch Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) sagt: "Wir bewerten nach wie vor einzelne Regelungen im Prostituiertenschutzgesetz sowie in der Rechtsverordnung kritisch." Hamburg orientiere sich bei der Umsetzung "maßgeblich am Schutzzweck des Gesetzes". Die Vertreter Hamburgs brachten bei den Verhandlungen in den Fachausschüssen des Bundesrats zur Regelung der Einzelheiten des Anmeldeverfahrens sieben Anträge ein, um die Rechtsverordnung zu entschärfen. Der Prostituiertenausweis solle nicht auf Anhieb als solcher zu erkennen sein. Auch solle kein biometrisches Foto verpflichtend sein. Vertreter aus Nordrhein-Westfalen hatten gar beantragt, gänzlich auf die Anmelde- und Beratungspflicht zu verzichten. Im Bundesrat fand sich trotz Hamburgs Unterstützung dafür keine Mehrheit. So einigte man sich auf den Ausweis, lediglich ohne biometrisches Foto.

Fabio Casagrande sitzt jetzt in seinem Büro mit Ausblick über die Stadt und muss das Beste machen aus einem umstrittenen Gesetz. Dass sich alle Prostituierten freiwillig anmelden werden, muss bezweifelt werden. Auch ist nicht klar, was eigentlich alles als Prostitutionsstätte gilt: Fällt ein Stundenhotel darunter? Wann wird ein Hotelier zum Bordellbetreiber? Es gibt noch viele Fragen, die Fabio Casagrande bis Oktober klären muss.

http://www.zeit.de/2017/31/prostitu....trierung-gesetz-umsetzung


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 fraences fraences setzt sich aktiv für die Rechte von SexarbeiterInnen ein
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BeitragVerfasst: 2017-08-05, 17:18  Beitrag #149/149     Titel:  RE: Umsetzung des deutschen ProstSchG: Erfahrungen  Nach untenNach oben

Seit Juli soll ein Gesetz Prostituierte besser schützen - doch Mainz kann es nicht umsetzen

Von Lisa Maucher

MAINZ - Diese Thematik ist etwas schmuddelig. Anrüchig. Es geht ums Rotlichtmilieu. Ein Gesetz soll nun Licht in dieses unerforschte Dunkel bringen. Der Bund hat diese gesetzliche Regelung verabschiedet. Aber das Land Rheinland-Pfalz kann es nicht umsetzen. Und deswegen hat die Stadt keine Ahnung, was genau sie tun soll. Was ist da schief gelaufen?

Am 7. Juli 2016 hat der Bundestag das Prostituiertenschutzgesetz beschlossen. Am 1. Juli 2017 ist es in Kraft getreten. Das Gesetz führt eine „Erlaubnispflicht“ für alle Prostitutionsgewerbe ein. Das ist Behördendeutsch und heißt im Klartext: Prostituierte müssen sich bei der Stadt anmelden und an einer Gesundheitsberatung teilnehmen. Es gilt außerdem die Kondompflicht für Freier. Auf dem Papier klingt das klar und deutlich. Die Umsetzung in der Praxis bringt allerdings große Probleme mit sich.

„Papier ist geduldig“

„Papier ist geduldig“, sagt Stadt-Pressesprecher Ralf Peterhanwahr. Er nimmt an, dass die Beratungsgespräche und Anmeldungen an der Stadt hängenbleiben werden. Ebenso die Sanktionen, wenn eine Prostituierte ohne Anmeldung ihren Beruf ausübt oder Bordell-Betreiber keine Zulassung eingeholt haben. „Das alles wird voraussichtlich sehr zeitintensiv. Eventuell wird mehr Personal benötigt.“ Klar werde das erst, wenn die Aufgaben wirklich bearbeitet werden müssen. Peterhanwahr sagt in Anbetracht der verzögerten Umsetzung: „Diese Zeitnot ist nicht Ergebnis des kommunalen Handelns.“ Ein deutlicher Fingerzeig auf das Land. Er sagt außerdem, dass die Stadt Mainz keine Gewerbesteuern durch die Prostitution einnehme. Nach Auskunft der Finanzverwaltung handele es sich bei diesem Beruf um keine gewerbliche Tätigkeit. Das städtische Rechts- und Ordnungsamt würde die Bordelle auch nicht kontrollieren. Das sieht das neue Gesetz aber vor.

Dann erzählt Peterhanwahr von „Terminwohnungen“ am Sonnigen Hang in Marienborn, da wurde eingegriffen. In den dortigen Hochhäusern gingen Freier bis vor acht Jahren ein und aus, offiziell habe es da aber kein Bordell gegeben. In solchen Wohnungen arbeiten Frauen auf eigene Rechnung. Mit einem Vermieter aus dem Milieu schließen sie Mietverträge ab, die oft nur wenige Wochen gültig sind. Freier werden auf diese Frauen aufmerksam, indem sie Annoncen lesen, im Internet oder in der Bild-Zeitung. Der Schlüssel zu den Wohnungen der Frauen liegt unter der Fußmatte. Die Stadt reagierte damals, sagte den Vermietern, dass die Wohnungen nicht für solche Zwecke gedacht seien, und drohte mit hohen Strafen. Heute sagt man, auf dem Sonnigen Hang gebe es keine Prostitution mehr. Einen Überblick in diesen Arbeitsbereich haben die wenigsten. „Das Rechts- und Ordnungsamt führt keine Statistiken über die Bordelle oder ähnliche Etablissements“, teilt die Stadt mit.

Nur drei Bundesländer können Gesetz umsetzen

Die Bundesregierung will das mit dem neuen Gesetz schaffen. Momentan ist das rheinland-pfälzische Frauenministerium unter Anne Spiegel (Grüne) dabei, einen Weg zu finden. Auf Landesebene gar nicht einfach. So teilt Ministeriums-Sprecher Marius Wendling mit, dass derzeit nur Bayern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein das Gesetz hätten umsetzen können.

Rheinland-Pfalz und andere Bundesländer hätten frühzeitig und wiederholt in Berlin darauf hingewiesen, dass diese hochkomplexe Aufgabe wegen der zu kurzen Vorlaufzeit nicht realisierbar sei. Erfolglos. Nun beabsichtige das Frauenministerium, das Gesetz durch eine Rechtsverordnung umzusetzen. Die Landkreise und kreisfreien Städte sollen sich um die Verwirklichung kümmern. Diese Rechtsverordnung wird laut Wendling erst im Herbst eingeführt. Frauenministerin Anne Spiegel hat eine klare Meinung: „Das Gesetz ist ein bürokratisches Monster, das allen Beteiligten sehr viel Arbeit verursachen und Geld kosten wird.“ So beklagt sie, dass der Bund nicht erklären kann, wie die Einhaltung der Kondompflicht überprüft werden soll. Laut Gesetz ist der Bordell-Betreiber dazu verpflichtet. Die Frage ist nur, wer wiederum diesen kontrolliert. Spiegel will versuchen, für die Prostituierten „das Beste rauszuholen“. Vor allem die Beratungen wolle sie intensivieren.

Gewalt werde im Gesetz nicht berücksichtigt

Momentan können Prostituierte Hilfe bei Solwodi suchen. Auf Eigeninitiative. Diese Hilfsorganisation betreut Opfer von Zwangsprostitution. Es gibt sie bundesweit, auch in Mainz. Vom neuen Prostituiertenschutzgesetz hält Solwodi nicht viel. 90 Prozent der Prostituierten seien „ausländischer Herkunft“. Das könnte bei den Gesundheitsberatungen zum Problem werden. Es berücksichtige außerdem in keiner Weise die Gewalt, die psychischen und physischen Folgestörungen und die immensen Schäden für die Gesellschaft insgesamt. Die Hilfsorganisation sieht „Prostitution als Motor des Frauenhandels“.

Wie geht es nun weiter? Die Stadt fühlt sich noch nicht in der Verantwortung. Das Land schon, hängt aber hinterher. „Aufgrund der fehlenden Daten ist kaum abzuschätzen, welcher Arbeitsaufwand und welche Kosten in der Praxis entstehen werden“, heißt es aus dem rheinland-pfälzischen Frauenministerium. Gleichzeitig teilt es mit, es sei ein großes Anliegen, die Situation „von Menschen im Prostitutionsgewerbe“ zu verbessern. Daher komme der Hilfe und Aufklärung im Rahmen der Anmeldung und Gesundheitsberatung ein hoher Stellenwert zu. Auch wenn das Ministerium die Anmeldepflicht kritisch sehe. Sie führe zur Stigmatisierung der Betroffenen und könnte diese vielleicht in die Illegalität treiben. „Es wird daher intensiv geprüft, wie die Rahmenbedingungen hierfür so gestaltet werden können, dass diese Gefahr bestmöglich ausgeschlossen wird.“ Die Stadt Mainz muss also auf die Ansage des Landes warten, bis sie handelt.

http://www.allgemeine-zeitung.de/lo....cht-umsetzen_18087130.htm


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