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 Kasharius Kasharius setzt sich aktiv für die Rechte von SexarbeiterInnen ein
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BeitragVerfasst: 2017-05-17, 16:27  Beitrag #1/4     Titel: Deutschland betreffend Instrumentalisierung der Sexarbeit durch Politik  Nach untenNach oben

Es ist in einem anderen Threat und auch sonst hier im Forum immer wieder über die Folgen von Migration, insbesondere durch die EU-Osterweiterung auf die Sexarbeit diskutiert worden. Es dürfte unstreittig sein, daß es durch die vermehrte Migration von Menschen aus Süd-Ost-Europa, bei denen es sich um EU-Bürgerinnen handelt, in jeder Hinsicht zu einer Verschärfung des Klimas innerhalb der Sexarbeit gekommen ist. Dies den Migrantinnen zum Vorwurf zu machen wäre töricht.

Die Politik hat aber nichts unversucht gelassen, das Problem der Migration auch dazu zu instrumentalisieren um einen regelrechten Feldzug gegen Sexarbeit zu führen. Die gesamte Debatte zur Prostitution mindestens der letzten 12 Jahre ist davon durchdrungen. Das zeigt die Welle von Bordellschließungen in Berlin ab 2005, oder auch die von Alice Schwarzer initiierte Kampagne im Jahre 2013.

Ein sehr gutes Beispiel für die unwürdige Art, das Thema Migration zu nutzen um Sexarbeit zu diskreditieren, ist die sog. VISA-Affäre im Jahre 2005. Gegen Ende ihrer zweiten Amtszeit geriet die damalige rot-grüne Bundesregierung,und konkret Bundesaussenminister Fischer unter starkem politischen Druck. Ihm und seinem Staatsminister im Auswärtigem Amt Ludger Volmer wurde vorgeworfen, durch eine zu liberale Visapolitik zu einem vermerten Anstieg an Schwarzarbeitern und Zwangsprostituierten aus Osteuropa beigetragen zu haben; im Mittelpunkt standen dabei insbesondere Vorgänge um die Deutsche Botschaft in Kiew. Auf Betreiben der damaligen CDU/CSU-Bundestagsfraktion wurde ein Untersuchungsausschuss eingesetzt. Die Anhörung von Aussenminister Fischer, Staatsminister Volmer und Innenminster Otto Schily wurde im Fernsehen und im Internet (erstmals) live übertragen. Ausschussvorsitzender war der CSU-Abgeordnete Hans-Peter Uhl , der sich später an der Kampagne von Alice Schwarzer beteiligte. Er im Verein insbesondere mit Reinhard Grindel, heute DFB-Präsident und Siegfried Kauder, Bruder des derzeitigen Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder nutzten die Anhörungen auch, um ein Scherbengericht über das von rot-grün 2001 verabschiedete Prostitutionsgesetz abzuhalten. Hier tauchen jene Scheinargumente und Unterstellungen auf, die später auch zur Verschärfung der Regelungen zur Sexarbeit im Jahre 2013 und für das Prostituiertenschutzgesetz herangezogen werden.

Hier die beiden Tondukumente

https://www.youtube.com/watch?v=J0_523LrBxA ab 5:30:00

https://www.youtube.com/watch?v=vFneDj3w8FI 8:40:00


Ich freue mich auf eine anregende Diskussion.

Kasharius grüßt


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Verfasst: 2017-05-17, 16:27  Beitrag #     Titel:  Nach untenNach oben

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BeitragVerfasst: 2017-05-17, 18:02  Beitrag #2/4     Titel:  RE: Instrumentalisierung der Sexarbeit durch Politik  Nach untenNach oben

Danke für deinen Beitrag :)

Ich freue mich auf eine sachliche Diskussion und steuere zunächst nur mal diesen Artikel bei:

Prostituiertenschutzgesetz - Schutz vor Prostitution und Migration

Rede von Juanita Henning über das „Prostituiertenschutzgesetz“ auf den 4. Frankfurter Prostitutionstagen

https://www.voice4sexworkers.com/pr....ostitution-und-migration/


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BeitragVerfasst: 2017-05-17, 23:17  Beitrag #3/4     Titel:  RE: Instrumentalisierung der Sexarbeit durch Politik  Nach untenNach oben

Richtig, Kasharius, die so genannte "Visa-Affaere" in 2005 brachte alles ins Rollen, also vor 12 Jahren.
Diese "Blase" bzw. das "Volumen" (wie bei der Bankenblase, beginndend mit "Lehmanns & Brothers" oder so der Deutschen Bank und co. wegen der schnellen und unbuerokratischen Geldgier auf dem Aktienmarkt, dessen faule Aktien nun in Badbanks verramscht werden) platzte irgendwann, dass das Sexarbeits-Niveau zusehends herabgstuft wurde durch vielerlei Gruende, dass sich manche Sexarbeiterinnen dagegen wehren (und in Freierforen als "zickig" bezeichnet werden), weil viele SexarbeiterInnen das echt spuerbar besonders im finanziellen Bereich am eigenen Leibe spueren.
Das Sexarbeitsniveau ist also herabgestuft auf das Niveau der Sexarbeit an die anderen Laender naehert sich an. Alles uferte sich nun aus. Was nun? Der Staat reagiert mit hanebuechenen Gruenden wie Menschenhandel usw. mit der Novelle des ProstSchG.

Es war und ist schon eigentlich auch hier in diesem Forum schon alles gesagt, nur wurde es vielfach "weggewischt".

Mir fiel und faellt nur auf, dass immer wieder gerade die Kunden in Sachen "Migrations-Sexarbeit" still sind, hier in diesem Forum keine Stellung nehmen, warum sie vermehrt Migrantinnen besuchen (Geiz? Ich sage es mal so: Blasen koennen eigentlich -fast- alle)
, aber hier fleissig lesen, was die SW fuer eine Meinung in Sachen Migration haben.


 Geschlecht*:Weiblich  Offline
 Ursa Minor
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BeitragVerfasst: 2017-05-18, 19:36  Beitrag #4/4     Titel:  RE: Instrumentalisierung der Sexarbeit durch Politik  Nach untenNach oben

Die Migration wirkt sich sicher auch auf die Sexarbeit aus, so wie auf fast allen anderen Wirtschaftsbereiche. Wenn das Angebot grösser wird sinken die Preise, der Konkurrenzdruck wird grösser. Der Lebensstandart ist hier recht hoch, wird aber immer schwieriger aufrechtzuerhalten. Wenn die Löhne nur geringfügig steigen und die Kosten mehr, wird es enger. Die Produktionskosten sind höher und die Produkte teurer. Daher wurde und wird in Billiglohnländer ausgelagert.
Zum Beispiel in der Bau- oder in der Pflegebranche ist auch ein eindeutiger Trend feststellbar. Arbeitnehmer aus EU Ländern mit weniger hohem Lebensstandart lassen sich leichter Rekrutieren, teils zu weniger Lohn und schlechteren Bedingungen. Dabei sind aber nicht diese Menschen das Problem, sondern das Wirtschaftssystem. Haben sie ihren Lebensmittelpunkt nicht z.B. in der Schweiz oder in Deutschland, ist es für diese Arbeitnehmer sicher auch lukrativ. So werden im Pflegebereich vermehrt osteuropäische Pflegende privat angestellt. Die EU internen Regeln und die Personenfreizügigkeit ermöglicht diesen Transfer. Aus Drittstaaten ist es dann schwieriger.

Für D oder CH SW z.B. oder SW aus anderen EU Ländern die sich hier fest niederlassen, kann der Preis nicht zu tief angesetzt sein, da die Lebenskosten auch entsprechend höher sind.
Die Preise werden zum Teil schon sehr gedrückt von SW die den Transfer mit der befristeten Arbeitsbewilligung machen und in ihrem Land leben.
Das bringt für die einheimischen SW Nachteile im Wettbewerb.
Andererseits sind die Aufwendungen und die Entbehrungen der "Reisenden" zum Teil auch nicht ohne.

Und es kommt dann in dieser Beziehung schon sehr auf das Verhalten der Kunden an. Lässt man sich einfach von tiefen Preisen locken, nur weil es günstig ist, ohne zu wissen ob die Qualität dann auch einigermassen ist, oder das Angebot mit diversen Aufpreisen versehen ist. Und was erscheint einem selber als fair. Das muss jeder Kunde für sich selber klären.
Ich persönlich springe nicht auf solche Tiefpreisangebote an und versuche auch nicht den Preis zu drücken.

In der CH ist es noch etwas anders. Man verdient den höchsten Betrag, hat aber auch die höchsten Kosten. Der CH Franken halt.
Wenn man sich das Angebot so anschaut, hat es wirklich nur noch recht wenige CH SW. Neben viel Osteuropa aber auch recht viele SW aus Deutschland.

Die Sexarbeit wird immer wieder gerne durch die Politik instrumentalisiert. Sie hat eine eher schwache Lobby und lässt sich mit Problemen profilieren die in der Gesellschaft niemand möchte, wie Kriminalität oder moralisch nicht der Norm entsprechen.
Das es Probleme gibt ist unbestritten, aber es sollte mal etwas genauer hingesehen werden. Es gilt die Selbstbestimmten und Organisierten SW zu unterstützen und mit ihnen zusammen einen vernünftigen Umgang mit dem Wirtschaftszweig SW zu finden und Ausbeutung real zu bekämpfen. Nicht wie mit diesem ProstG, das so ein typischer am Ziel vorbei, unnützer und diskriminierender Papiertiger ist.

Ich hoffe immer auf das Positive und den gesunden Menschenverstand in meinem Leben, so auch in dieser Auseinandersetzung.

LG Ursa Minor


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